Entgiftende Ayurveda-Kur stoppte meinen erblich bedingten Haarausfall

Erfolg_LauraHermann3Skepsis. Laura Hermann hat die Stimmen der Zweifler noch im Ohr. „Bist Du Dir sicher?“ –„Da hilft eh nichts!“ – „Das liegt an den Genen.“ „Zugegeben, auch ich war anfangs skeptisch“, denkt die 29jährige Grafikerin aus München an den Beginn der Ayurveda-Therapie zurück. „Dann entschied ich mich, es einfach zu wagen. Was hatte ich zu verlieren? Im schlimmsten Fall ein paar Haare mehr…“

Ausgedünnt. Tatsächlich sah es auf dem Kopf von Laura Hermann im Juli 2014 ziemlich traurig aus. Trotz aller guten Pflege und teuren Shampoos war ihr Schopf ab dem 25sten Geburtstag immer dünner geworden. „Als eine Freundin sagte ,Weißt Du eigentlich, dass man von hinten Deine Kopfhaut sieht?’, wusste ich: Verdrängen ist keine Lösung.“

Zustand_Mitte2014_2Serie. Bis dahin hatte Laura gehofft, dass die familiär gehäufte Alopezie sie nicht betreffen würden – bei dem schönen, dichten Haar, das sie seit Kindertagen sorgfältig kämmte, während der Oma, Großtante, Tante und schließlich auch der Mutter nach und nach die Haare ausgingen.

Diagnose. „Als ich davon dann dem Hautarzt erzählte, war für ihn die Sache eigentlich klar. Meine kerngesunden Blutwerte bestätigten seinen Anfangsverdacht: ,erblich bedingter Haarausfall – das kann man nicht heilen, damit werden Sie leben müssen.“

Dokumentation_FotoRezept. Der Dermatologe verschrieb der jungen Frau „Minoxidil“. Der Wirkstoff, der ursprünglich als neuer Blutdrucksenker diente, wird seit über 25 Jahren schulmedizinisch eingesetzt, um weiteren Haarverlust aufzuhalten. „Obwohl ich morgens und abends die Lösung auf die Kopfhaut auftrug, stellte sich bei mir kein Effekt ein. Nach einem halben Jahr setzte ich das Medikament ab – ich wollte keine Chemie mehr. Genau zu diesem Zeitpunkt machte mich eine Kollegin auf das Haarinstitut Kaya Veda aufmerksam.“

Diagnostik_Puls6Tradition Die indischstämmige Leiterin Balvinder Sidhu (48) wuchs in einer Sikh-Familie auf, die seit Generationen mit der traditionellen, fernöstlichen Medizin verwurzelt ist. „Im Ayurveda ist die Einheit von Körper, Seele und Geist für die Gesundheit von großer Bedeutung“, erklärt die Haar-Therapeutin und Buchautorin („Haarausfall“, Erd-Verlag) in der Erstberatung. „Zur Harmonisierung wird nach Pulsdiagnose entsprechend ihres Dosha-Typs individuell eine spezielle Entschlackungskur auf sie angepasst.“

Dokumentation_ComputerlupeHintergrund. In Indien wird das traditionsreiche, über 4000 Jahre alte Heilverfahren immer noch neben der modernen Schulmedizin gelehrt und erfolgreich praktiziert. Ayurveda – zu Deutsch ,Wissen vom Leben‘ – geht dabei von drei Grundenergien (Doshas) aus, die beim gesunden Menschen im Gleichgewicht sind – Vata, Pitta und Kapha (siehe Selbsttest).

Expertin_IndischeKraeuter3Entgleisung „Jeder Mensch hat seine ganz eigene Zusammensetzung der Doschas“, berichtet die Expertin, die vor über 35 Jahren aus dem Norden Indiens nach Deutschland kam. „Die Energien werden wiederum von vielen Faktoren beeinflusst – zum Beispiel von der Arbeit, der Nahrung oder dem Wetter. Geht das Gleichgewicht verloren, ist unser Wohlbefinden gestört. Wir geraten aus der Balance. Deshalb behandel ich auch nicht ,Haarausfall’, sondern versuche die Doshas ins Gleichgewicht zurückzubringen – quasi als Hilfe zur Selbsthilfe des Körpers.“

Selbstbehandlung_Kraeutertabletten2Kontrolliert In der bildhaften Vorstellung des Ayurveda harmonisiert eine Drei-Phasen-Entschlackungskur die Doschas, korrigiert das Agni (Verdauungsfeuer), reinigt die Shrotas (Kanäle) und kräftig alle Dhatus (Gewebe). „Dazu greifen wir unter anderem auf so berühmte Heilpflanzen-Rezepturen wie Triphala zurück“, so Balvinder Sidhu. „Dahinter verbergen sich die Früchte der drei Himalaya-Bäume Haritaki, Amalaki und Bibhitaki. Die Mixtur wird hier in Deutschland laborüberwacht speziell für uns zusammengestellt.“

Selbstbehandlung_Tinktur3Kur. Für die Entschlackung zu Hause besorgte sich Laura Hermann zudem frischen Ingwer, Sesamöl und Indische Flohsamenschalen aus dem Reformhaus und Mungh-Bohnen aus dem Asia-Shop. „Zum Frühstück gab’s dann kombiniert Isebgol-Kräutermix mit Indischer Flohsamenschalen und Banane, Apfel oder Ingwer“, liest sie von ihrem Kur-Plan ab. „Mittags kam Mungh-Bohnen-Suppe auf den Tisch, die ich ab dem sechsten Tag mit Gemüse und Reis anreichern durfte.

Fasten. Gleiches gab es als Abendbrot. Zwischendrin legte sie noch einen Tag des totalen Fastens ein. Da gab es nur Gemüsebrühe, Ingwer-Wasser und Kräutertee. Bis heute hat Laura Hermann auf diese Weise viermal „entschlackt“.

Ayurveda_ErfolgKräftigung. Auch für die Haare direkt stellt Ayurveda-Therapeutin Balvinder Sidhu der Klientin etwas zusammen. „Mit der Spezial-Paste mit Mandelkleie wird einmal täglich die verschlossene Kopfhaut geöffnet“, erklärt die Expertin, die seit 25 Jahren beachtliche Erfolge bei der Behandlung von Haarausfall erzielt. „Das Tonikum – entweder als Spray, Shampoo oder Öl täglich verwendet – fördert mit der Kraft der Frucht Amela und 39 anderen, indischen Kräutern Durchblutung und Haarwuchs.“.

Erfolg_LauraHermann7Kontrolle. Anwendung und Erfolg werden regelmäßig im Institut kontrolliert. Die einzelnen Therapieschritte erfolgen mit der Körperpflege zu Hause. Dort führt Laura Hermann auch ein Tagebuch, in dem sie den Genesungsverlauf dokumentierte. „Anfangs war ich ein wenig skeptisch Nach etwa sechs bis acht Wochen erlebte ich ein Wunder: es piekste unter der Kopfhaut. Beim ersten Kontrolltermin ein halbes Jahr später war mein Haar spürbar kräftiger geworden. Überall waren drei Zentimeter lange Haarspitzen sichtbar.

Erfolg. Inzwischen gibt es auch viele Skeptiker, die auf Laura Hermann zukommen und die neue Fülle bewundern. „Meine Kopfhaut sieht man nur noch, wenn das Licht ganz ungünstig steht. Aber es wird – die Kur setzte ich mindestens noch in Jahr fort. Bereits jetzt schaue ich wieder gerne in den Spiegel und gehe selbstbewußter nach draußen. Es ist ein wunderbares Gefühl, wieder volles Haar zu haben.“

Info Haarausfall

Haar4

Das schlauchartige Gebilde, in dem das Haar entsteht, heißt Follikel. Aus der Haut ragt nur das „tote“ Haar heraus, das am Folikelgrund – in der „Zwiebel“ – entsteht. Tatsächlich funktioniert die Haarzwiebel wie eine kleine, körpereigene Backstube, in der die Bestandteile zusammengesetzt werden. Ein paare Haare täglich in Bürste oder Kamm sind völlig normal. Doch jeder dritte Mann und jede zehnte Frau verlieren mehr als hundert Haare pro Tag. Und genau ab dann spricht man vom Haarausfall.

Ayurveda_Erfolg4Warum zum Arzt? Haarausfall ist oft keine eigene Krankheit, sondern Symptom für eine andere Störung. Neben „harmloseren“ Belastungen wie hormonelle Veränderungen oder erbliche Veranlagung können auch körperliche oder seelische Belastungen, 60 verschiedene Hautkrankheiten, Entzündungen, Vergiftungen, Mangelerscheinungen, Störungen des Immunsystem und sogar Krebs dahinterstecken.

Was sind die häufigsten Ursachen? 30 bis 40 Prozent aller Frauen sind vom gleichen Haarausfall betroffen, unter dem 95 Prozent der Männer leiden: dem erblich bedingten. Verantwortlich ist eine angeboren Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegen das körpereigene Hormon „Testosteron“.

Drei Fragen an Expertin Balvinder Sidhu (48), Leiterin des Kaya Veda Instituts in Augsburg:

Expertin_Ayurveda-Buch Was verbirgt sich hinter Ayurveda? Vor über 4000 Jahren entwickelte sich das ganzheitliche Heilverfahren Ayurveda. Diese Medizin wird in Indien aber nach wie vor gelehrt und praktiziert. Die Lehre geht von drei Grundenergien (Doschas) aus. Ziel von Ayurveda – zu Deutsch ,Wissen vom Leben‘ – ist, das Gleichgewicht der Lebensenergie wieder herzustellen.

Was hat das mit den Haaren zu tun? Tatsächlich zeigen sich allgemeine, gesundheitliche Störungen häufig zuerst an Haut, Haar oder Nägeln. Im Ayurveda besteht jeder Mensch besteht aus Vata, Pitta und Kapha. Wohl und gesund fühlen wir uns nur, wenn diese drei Kräfte im Einklang sind. Zur Korrektur werden hauptsächlich Kräuterpräparate eingesetzt.

Wie lang dauert die Therapie und was kostet sie? Die Dauer ist bei jedem Menschen unterschiedlich, beginnt aber meist mit drei Monaten und kann bei totalem Haarverlust auch über ein Jahre dauern. Die individuellen Produkte kosten ab 200 Euro pro Monat. Die Gesamtkosten der Behandlung werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Manchmal gibt es nach Abschluss aber einen Zuschuss.

Institut_Urkunde KopieSelbsttest: Welcher Ayurveda-Typ bin ich?

Der Vata-Typ: Sie haben eine trockene, sensibel Haut, leiden häufig unter einer schlechten Verdauung und Blähungen, haben gerne mal kalte Hände und Füße, sind eher untergewichtig und im Zweifel ängstlich.

Der Pitta-Typ: Sie sind eher ungeduldig, reagieren auch mal gereizt und wütend. Sie schwitzen leicht, haben eine warme, aber leicht unreine Haut. Sie essen gerne, leiden manchmal unter Sodbrennen. Sie haben öfter Kopfschmerzen

Expertin_HaarprodukteDer Kapha-Typ: Sie sind oft müde und fühlen sich antriebslos. Sie nehmen leicht zu, essen zuviel – dabei ist Ihre Verdauung eher träge. Sie mögen keinen Sport und lieben es, viel und lang zu schlafen.

Kontakt:Institut Kaya Veda, Fröhlichstraße 8, 86150 Augsburg, Telefon: 0821- 567 45 00, Internet: www.kaya-veda.de

Hinweis: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages