Jetzt stoppt die biblische Myrrhe meine heftigen Bauchkrämpfe

beschwerden_bauchschmerzenErfahrung. Krankenhäuser kannte Petra Wesel (Name geändert) eigentlich zur Genüge. Seit 15 Jahren leidet die 51jährige Lehrerin aus Bochum unter ziehenden Bauchkrämpfen, nervigen Verstopfungen im Wechsel mit wässrigen Durchfällen, dazu einem bleiernen Krankheitsgefühl. Anfangs heftig, dann – dank Schulmedizin – viele Jahre einigermaßen erträglich.

Ernüchterung. „In letzter Zeit nahmen die Beschwerden allerdings wieder zu. Deshalb war ich so wenig begeistert, als mich mein Internist wieder in die Klinik schicken wollte. Erst als er versprach, dass diesmal alles anders würde, stimmte ich zu,“ erzählt die Frau beim Spaziergang am Kemnader See (Bochum).

diagnose_bauchabhoeren4Begrenzung. Petra Wesel ist das, was man neudeutsch „Chroniker“ nennt. Bis heute kennen die Ärzte die genauen Ursachen ihrer entzündlichen Darmerkrankung nicht. Deshalb können die Ärzte auch nicht heilen – höchstens lindern.

Entzündung. „Es begann ganz harmlos. Wie eine Magen-Darm-Grippe: Durchfall, Krämpfe, Bauchschmerzen“, erinnert sich die Lehrerin genau. „Ich war Mitte Dreißig. Als es nach drei Wochen nicht besser wurde, ging ich zum Arzt. Er nahm mir Blut ab, überwies mich mit Verdacht auf eine Blinddarm-Entzündung in die Chirurgie.“

roentgenbild_dickdarmVerwunderung. Bereits am nächsten Tag wurde Petra Wesel operiert. Doch zur Verwunderung der behandelnden Ärzte blieben die Beschwerden. „Ich wurde mit den selben Krämpfen und dem gleichen Stechen entlassen wie bei der Aufnahme.“

therapie_kortison2Belastung. Den wirklichen Grund ihrer Qual erfuhr sie erst sechs Jahre später. Nach wiederholter Darmspiegelung im Krankenhaus diagnostizierte der Internist „Colitis ulcerosa“ – eine chronisch entzündliche Erkrankung des Dickdarms. Damals zwang sie die Fehlsteuerung des körpereigenens Immunsytems zwischen drei bis sieben Mal pro Tag mit dünnflüssigem, manchmal gar blutigem Stuhlgang auf die Toilette – gerade beruflich in der Schule eine extreme Belastung.

Verordnung. „So bekam ich Kortison verordnet. Und nach einsetzender Besserung zusätzlich das Basismedikament ,Mesalazin’ in Form von Zäpfchen. Tatsächlich bekam ich mit diesem, lokal wirkenden Super-ASS meine Beschwerden ganz gut in den Griff. Doch vor etwa zwei Jahren flackerte das Feuer im Bauch wieder auf: Jeder Kaffee mit Zucker, jedes Stück Kuchen oder nur ein Plätzchen lösten Krämpfe und Dauer-Durchfall aus. Erneut bekam ich täglich 20 Milligramm Kortison. Mir wurde klar, dass ich etwas ändern muss.“

diagnose_bauchuntersuchung2Einweisung. Der behandelnde Arzt schlägt ihr die Klinik für Naturheilkunde des Krankenhauses Blankenstein in Hattingen (nahe Bochum) vor. Das besondere: Die 60-Betten-Abteilung ist im Akutkrankenhaus integriert, behandelt überwiegend chronisch- und langzeiterkrankte Patienten, die bislang keine wirkliche Besserung erfahren haben.

Verbreitung. „Colitis ulcerosa trifft in Deutschland etwa eine viertel Million Patienten. Männer genauso wie Frauen, Kleinkinder ebenso wie 80-Jährige. Erkrankt ist dabei nur der kurze Dickdarm, der auf den längeren Dünndarm folgt. Am häufigsten betroffen ist – wie bei Ihnen – sogar nur das 20 Zentimeter lange Endstück, der so genannte Enddarm“, erklärt ihr Oberarzt Dr. Stefan Fey (52).

arztgespraech_myrrheBewährung. Typisch ist der schubweise Verlauf. Akute, heftige Entzündungen wechseln sich mit Ruhephasen ab, die Monate bis Jahre anhalten können. Um individuell die richtige Therapie zu finden, wird in der Klinik Blankenstein auf die rationale Naturheilkunde gesetzt – ganzheitliche Verfahren, die sich im Rahmen von Studien gut bewährt haben.

Umstellung. In Absprache mit dem niedergelassenen Kollegen beschließt Dr. Fey das Kortison langsam um- und seine Patientin auf ein antientzündliches Phytotherapeutikum aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle einzustellen.

experte_myrrheharzUntersuchung. „Diese Natur-Kombi hat sich seit über 50 Jahren bei Magen-Darm-Beschwerden bewährt. Die drei Heilpflanzen greifen an verschiedenen Punkten an und verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. So hat eine Studie bei Colitis ulcerosa ergeben, dass das pflanzliche Mittel vergleichbar wirksam ist wie die Behandlung mit dem Goldstandard Mesalazin. Zudem gibt es zwei aktuelle Untersuchungen, die den entkrampfenden, antientzündlichen Effekt der Pflanzen-Kombi belegen“, so Dr. Fey.

Aufteilung. Auch gesamttherapeutisch setzt der naturheilkundliche Experte bei dem 14tägigen Klinikaufenthalt auf mehrere Behandlungsansätze: In der Naturheilkunde sind die klassischerweise neben der Phytotherapie: Ernährung, Bewegung, physikalischen Therapie und die so genannte Ordnungstherapie.

therapie_schafgarbenwickel2Wärmung. „Die Wärmflasche bei Bauchschmerzen ist z.B. seit über hundert Jahren ein bewährtes Hausmittel“, erklärt er. „Diesen Effekt nutzt auch der Schafgarben-Wickel, den Petra Wiesel regelmäßig auf Station bekam. Äußerlich angewandt unterstützt die Scharfgarbe die entkrampfende Wirkung. Dazu werden 100 Gramm des Krauts bzw. 50 Gramm Blüten in einem Liter heißes Wasser zwanzig Minuten ziehen gelassen.“

Entspannung. Ganz ähnlich die Wirkung des Kamille-Bades in der Physikalischen Abteilung. Bei 37 Grad kommt es zu einer entspannenden Wirkung. Dazu soll die Kamilie über die Haut einen antientzündlichen Effekt entfalten.

ordnungstherapie_ernaehrungsberatung2Umstellung. Um rasch Ruhe in den Bauch zu bekommen, wurde Petra Wesel zudem für die ersten acht Tage auf eine Kartoffel-Reis-Entlastungskost umgestellt. Durch die reduzierte Eiweißaufnahme wird dem Entzündungsfeuer im Darm quasi der Treibstoff in Form von speziellen Botenstoffen – Arachidonsäuren – entzogen.

Beratung. Parallel dazu wurde im Rahmen einer Ernährungsberatung die Patienten darüber aufgeklärt, welche Speisen den Darm belasten. Außerdem wurde in der ausführlichen Sitzung einerseits die vollwertige, mediterrane Kost vorgestellt, andererseits auch individuelle Punkte wie Vermeidung von Mangelzuständen, Mineralstoffversorgung und Nahrungsmittelunverträglichkeiten angesprochen.

therapie_colonmassageBewegung. Last but not least kam dann noch eine spezielle Colon-Massage bei Petra Wesel zum Einsatz. Durch ausstreichende Bewegungen auf der Bauchdecke in Uhrzeigerrichtung wird ein gezielter Reiz auf den Dickdarm übertragen, der die Beweglichkeit anregen soll.

Entwicklung. „Obwohl ich immer weniger Kortison nahm, ging es mir unter der Therapie von Tag zu Tag besser“, strahlt die leidgeprüfte Frau. „Nach gut einer Woche konnte ich dann sogar die Mesalazin-Zäpfchen reduzieren. Trotzdem ließen die Schmerzen weiter nach und auch der lästige Toilettendrang ging zurück. Am Ende kehrte in meinen Bauch zum ersten Mal seit 15 Jahren richtig Ruhe ein. Und ich brauche nur noch ein-, zweimal zur Toilette.“

erfolg_petrawesel6Entlassung. Diesen Weg will Petra Wesel jetzt nach der Entlassung weitergehen. „Ich hoffe, dass ich schon bald auch das Mesalazin komplett absetzen kann. Und dass dann nur noch die biblische Myrrhe bei mir das Entzündungsfeuer im Bauch löscht. Außerdem achte ich jetzt genau darauf, was ich esse. Und damit komme ich gut zurecht. Diesmal hat sich der Aufenthalt im Krankenhaus wirklich gelohnt!“

 

experte_drstefanfeyDrei Fragen an Dr. Stefan Fey (52)

Gibt es eine spezielle Darm-Diät?

Ein gesunder Darm verträgt viel – doch auf Dauer können fettes Fastfood, süße Säfte, Alkohol, Milch-, Frucht- oder Industrie-Zucker die mehr als tennisplatzgroße Oberfläche des Darms belasten. Achten Sie deshalb auf eine leicht verdauliche, vollwertige Kost mit fettarmen, mild gewürzten, nichtblähenden, reifen Produkten. Also: Halbfett-Milch, kalt gepresste Öle, mageres Fleisch, Fisch, abgelagertes Brot, Vollkornnudeln und Kartoffeln. Achtung: Vorsicht bei säurereichen Früchten und blähenden Zwiebeln, Lauch, Hülsenfrüchten.

therapie_myrrhekamillekaffeekohleWelche Heilpflanzen können mir helfen?

Gerade bei entzündlichen Darmerkrankungen, aber auch Reizdarm und Pilzinfektionen hat sich die Stärkung des Immunsystems mit der „rationalen“ Phytotherapie bewährt. Dafür kommen neben anderen Naturheilverfahren zum Beispiel traditionell Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle zum Einsatz. Das Wichtige bei der Dreier-Kombi: Die Phytotherapeutika unterstützen sich gegenseitig in ihrer antientzündlichen, entkrampfenden, desinfizierenden Wirkung im Darm. Und das bei bislang keinen bekannten Nebenwirkungen.

selbsthilfe_entspannung3Was kann ich noch selber tun?

Unser täglicher Stress schlägt uns gleich doppelt auf den Bauch. Zum einen kauen wir schlechter – und große Nahrungsbrocken sind schwerer verdaulich. Zum anderen wird unter Dauerstress das vegetative Nervensystem belastet. Dies steuert u.a. die Verdauung. Deshalb schlägt seelische Belastung direkt auf den Darm. Ein gutes Gegenmittel ist regelmäßige Entspannung – z.B. per Autogenem Training.

 

therapie_myrrheharzSteckbrief Myrrhe – Kraft der Bitterkeit

Egal ob Juden, Moslems oder Christen: Allen alten Religionen war die Myrrhe heilig. „Neben dem eng verwandten Weihrauch gehört sie zu den ältesten Kostbarkeiten, wird bereits im alten Testament erwähnt“, sagt Dr. Johannes G. Mayer, ausgewiesener Experte der „Klostermedizin“. Schon im frühen Mittelalter gelangten Rezepte von Myrrhe-Arzneien aus dem Nahen Osten nach England.

drjohannesgmayerWo kommt sie her? Man unterscheidet bis zu 200 verschiedene Myrrhearten. Sie wachsen in den östlichen Mittelmeergebieten, Arabien und Ostafrika.

Woran erkenne ich sie? Der Myrrhenbaum ist ein bis zu drei Meter hoch wachsender, dorniger, stark verzweigter Baum mit rosafarbenen kleinen Blüten.

Was ist drin? Das aus dem Myrrhenbaum gewonne, luftgetrocknete Harz wird als Myrrhe bezeichnet und enthält bis zu einem Zehntel ätherische Öle.

Wann hilft es? Zubereitungen aus Myrrhe wirken desodorierend, schmerzstillend, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Haupteinsatzgebiet sind entzündliche Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs.

Welche Gegenanzeigen? Unverdünnte Anwendungen können ein Hautbrennen verursachen.

 

Info: Chronische Darm-EntzündungenDarm-3d-CT

Rund 300000 Menschen in Deutschland sind von den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) „Morbus Crohn“ und „Colitis ulcerosa“ betroffen. Häufig erkranken gerade junge Menschen an den Autoimmunerkrankungen. Leider erfolgt die richtige Diagnose oft erst nach Jahren.

Colitis ulcerosa: Hier ist ausschließlich der Dickdarm betroffen. Blutige Durchfälle sind ein häufiges Symptom, verbunden mit Schmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Fieber und Gewichtsverlust.

Morbus Crohn: Diese Entzündung kann den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betreffen. Die wichtigsten Beschwerden sind Schmerzen, Durchfälle (meist ohne Blut), Fieber, Blutarmut und Gewichtsverlust.

 

Schnelltest: Ist mein Darm entzündlich erkrankt?

  1. Fühlen Sie sich ungewöhnlich erschöpft, eventuell leicht fiebrig?
  2. Haben Sie Bauchschmerzen, die länger als zwei Wochen anhalten?
  3. Leiden Sie unter einer unerklärlichen Gewichtsabnahme?
  4. Weist Ihr Stuhl Spuren von Blut auf?
  5. Treten bei Ihnen abwechselnd Durchfälle und Verstopfungen auf?

Auswertung:

Bereits bei einmal „Ja“ sollten Sie zum Arzt. Und jede weitere positive Antwort ist ein Hinweis darauf, dass etwas mit Ihrem Darm nicht in Ordnung ist. Keine Angst – dank moderner Diagnosemethoden und neuer Medikamente ist in vielen Fällen eine gut wirksame Therapie möglich.

Klinik_BlankensteinKlinikkontakt: Klinik Blankenstein Klinik für Naturheilkunde, Klinikdirektor: Prof. Dr. med. André-Michael Beer, Im Vogelsang 5 – 11, 45527 Hattingen, Tel.: 02324/396-485, Internet: www.naturheilkunde-Bochum.de

Kosten: Die stationäre Behandlung in der Klinik für Naturheilkunde in Hattingen wird von den Krankenkassen übernommen. Zur Selbstbehandlung kosten 100 Myrrhe-Dragees circa 12 Euro (Apotheke).

Info-Broschüre: „Aus dem Schatz der Natur” über Darmerkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten mit pflanzlichen Heilmitteln. Kostenlos bei Pflanzliche Darmarz­nei, Postfach 1107, 65741 Eschborn oder per E-Mail an info@pflanzliche-darmarznei.de

Hinweis: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages