Nach neuem Zahnfleisch-Lifting kann ich wieder sorglos lachen und zubeißen

erfolg_apfel2Ausnahme. „Wenn ich nach Schicht- oder Wochenenddienst nach Hause komme, ist für mich das Thema Gesundheit und Medizin eigentlich tabu“, lächelt Ulrike Beyer (Name geändert) ganz entspannt. „Ich bin zwar mit ganzem Herzen Krankenschwester, aber in meiner freien Zeit mache ich um Ärzte einen Bogen – mit Ausnahme vom Zahnarzt. Dort bin ich alle sechs Monate.“

Wirkung. Gepflegte, gesunde Zähne waren der 29-jährigen Frankfurterin schon immer wichtig. „Wenn ich mit einem Lächeln das Zimmer eines Patienten betrete, ändert sich die Stimmung. Was zählt ist der erste Eindruck. Und dafür gibt es nichts besseres, als schöne, strahlende Zähne.“

beschwerde_sensiblezaehneSensibel. Anfang 2015 verging Ulrike Beyer das Lachen. „Meine Zähne reagierten zunehmend sensibel auf Heißes oder Kaltes. Manchmal tat es gar bei Süßem weh. Als ich per Schminkspiegel nachsah, erschrak ich: die oberen Schneide- und Eckzähne wirkten deutlich länger. Die Zahnhälse lagen frei. Und bei einer dunklen Stelle befürchtete ich, dass sich Karies gebildet hätte.“

Wechsel. Da passte es gut, dass im Juli der nächste Kontrolltermin anstand. „Und noch ein glücklicher Umstand kam mir zu Gute: meine alte Zahnärztin hatte zum Jahreswechsel ihre Praxis an Zahnarzt Dr. Siuosh Rassaf übergeben.“

arztgespraech_zahnmodellKontrolle. „Im Erwachsenalter steckt nur selten Karies hinter solchen Missempfindungen“, gab Dr. Rassaf gleich zu Beginn der Untersuchung Entwarnung. „Viel häufiger ist – wie bei Ihnen – Zahnfleischrückgang die Ursache. Wir Zahnärzte sagen auch ,Gingivarezession’.“

Irreversibel. Das Problem: Einmal zurückgegangenes Zahnfleisch wächst nicht einfach nach. Bislang konnte der Zahnarzt freiliegende Zahnhälse nur per Eigengewebs-Transplantation decken. Dazu wird Schleimhaut aus dem Gaumen entnommen und an benötigter Stelle unters Zahnfleisch eingenäht. Der Rückgewinn der zahnschützenden und -stützenden Funktion ist leider nicht perfekt: das neue Zahnfleisch ist sichtbar heller als das alte. Selten kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen.

zahnfleischrueckgang_grafik_vorherInnovation. „Deshalb rate ich seit Jahren nur in Ausnahmefällen zur Transplantation“, erklärte der 39jährige Doktor der Zahnmedizin. „Um so faszinierter war ich, als ich Anfang diesen Jahres von einer neuen skalpell-, naht-, und transplantatfreien Methode aus den USA erfuhr. Die Pinhole® Surgical Technique wurde vom amerikanischen Zahnarzt Dr. John Chao erfunden.“

zahnfleischrueckgang_grafik_nachherLifting. Der Trick: Durch ein Nadelöhr-kleines Loch im Zahnfleischsaum werden speziell geformte Intrumente eingebracht. Damit kann das Zahnfleisch behutsam vom Kieferknochen gelöst und in die Ursprungsposition zurückgezogen werden. Zur Fixierung wird anschließend durch den winzigen Zugang eine Spezialmembran eingebracht. Innerhalb von acht bis zwölf Wochen wird das Material abgebaut und durch körpereigenes Gewebe ersetzt. So wächst das Zahnfleisch wieder sicher fest.

experte_spezialinstrumentePionier. „Da beim neuen Verfahren weder geschnitten noch genäht wird, können wir den Eingriff problemlos in der Praxis unter örtlicher Betäubung durchführen“, schlug Dr. Rassaf seiner Patientin vor. Der Zahnarzt hat das neue Verfahren direkt beim Erfinder in den USA erlernt, setzt es als einer der ersten Zahnärzte in Deutschland seit Juni 2016 ein.

Vorbereitung. Ulrike Beyer stimmte gern zu. „Endlich gab es etwas, das mir helfen konnte. An einem Freitag im August war es so weit: Außer den Spritzen bemerkte ich kaum etwas vom Eingriff. Und selbst die spürte ich kaum: Die Einstichstellen wurden vorab per Minischwamm mit lokalem Anästhetikum betäubt.“

eingriff_pinholesurgicaltechnique6Ergebnis. Insgesamt dauerte der Eingriff eine gute Stunde. Die Überraschung war groß, als die Patientin anschließend per Handspiegel die Verbesserung des Zahnfleischsaums selbst in Augenschein nehmen konnte. „Danach war erstmal Geduld angesagt. Mit einer Schmerztablette verließ ich die Praxis, richtete es mir auf der Wohnzimmercouch gemütlich ein!“

erfolg_wasser2Entlastung. Um den Erfolg der Pinhole-Behandlung nicht zu gefährden, waren im operierten Bereich größere Belastungen wie Zähneputzen oder Kaugummikauen vorerst tabu. Auch knusprige, klebrige oder körnige Speisen gehörten zu den „Don’ts“. „Schmerzen hatte ich keine. Nur eine Schwellung“, so die Erfahrung der 29-jährigen. „Bereits bei der zweiten Nachkontrolle, eine Woche später, war Dr. Rassaf mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden.“

Resultat. Kurz danach kehrte die Krankenschwester an ihren Arbeitsplatz zurück. „Als ich in einer Pause kaltes Wasser frisch aus dem Kühlschrank trank, spürte ich es : Es tut nicht mehr weh. Die Zähne bleiben ruhig. Endlich kann ich wieder sorglos zubeißen – und lachen natürlich auch!“

experte_zahnmodell2Sechs Fragen an den Experten Dr. Siuosh Rassaf (39), Zahnarztpraxis Frankfurt Niederrad

 Warum reagieren Zähne auf äußere Reize, auch wenn sie gar nicht kaputt sind? Wenn sich das Zahnfleisch von der Zahnkrone mit seinem dicken, schützenden Schmelz zurückzieht, wird die Dentinschicht frei. Hier verlaufen tausende so genannter Nutritionskanäle. Sie reichen bis zur Hohlkammer des Zahnes, in dem der sensible Nerv verläuft. Deshalb empfinden wir äußere Einflüsse wie Kälte oder Wärme und Süßes, aber auch die Vibrationen des Zahnarztbohrers am freiliegenden Zahnhals als unangenehm.

arztgespraech_optWodurch wird der Rückgang des Zahnfleischs ausgelöst? Zu den häufigsten Auslösern zählen Zahnfleisch-Entzündungen (Parodontitis), zu kräftiges Putzen (Putzdefekte) und Zähneknirschen (Bruxismus). Aber auch Rauchen oder Lippenband-Piercings können dafür sorgen, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht. Die genaue Ursache kann nur der Zahnarzt feststellen – und auch welche Therapie das Fortschreiten der Gingivarezession aufhalten kann.

eingriff_ergebnis2Wie kann ich mein Zahnfleisch schützen? Das beste Mittel ist die richtige Zahnpflege. Dazu sollten Sie mindestens zweimal täglich, morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen gründlich (aber nicht mit Kraft) die Zähne putzen. Die Zwischenräume erreicht man mit einer Zahnbürste nicht. Deshalb dort einmal pro Tag mit Zahnseide reinigen. Für größere Lücken gibt es Interdentalbürstchen. Wie es damit richtig geht, zeigt Ihnen gerne Ihr Zahnarzt.

experte_flyer2Was können Sie als Zahnarzt bei schmerzsensiblen Zähnen tun? Eine professionelle Zahnreinigung (Prophylaxe) alle sechs Monate ist schon mal eine gute Vorsorge. Bei bereits freiliegenden Zahnhälsen kann die Sensibilität vorrübergehend mit Fluoridlacken reduziert werden. Wirklich überzeugende Ergebnisse liefert aber nur die sogenannten Pinhole Surgical Technique (PST®). Dahinter verbirgt sich ein neues skalpell-, naht- und transplantatfreies Verfahren – quasi ein Lifting des verrutschten Zahnfleischsaums.

Wie funktioniert der Eingriff durchs Nadelöhr? Für die patentierte Pinhole Surgical Technique (PST®) steht mir ein Set an Spezialinstrumenten zur Verfügung. Bei dem Verfahren wird das Zahnfleisch weder geschnitten noch genäht, sondern durch einen Nadelöhr-kleinen Zugang schonend vom Kiefer gelöst und dann in die Ursprungsposition geschoben.

diagnostik_opt4Wie lange dauert die Pinhole-Behandlung, was kostet sie und für wen ist sie nicht geeignet? Je nachdem ob ein einzelner Zahn oder ein ganzer Kiefer behandelt wird, dauert die Behandlung zwischen 30 Minuten und circa zwei Stunden. Die Kosten beginnen bei etwa 700 Euro. Wichtig ist, die Behandlung darf nur bei entzündungsfreien Verhältnissen erfolgen. Bei Parodontitis muss zunächst die Entzündung des Zahnfleisches behandelt werden. Patienten mit einer Taschentiefe über vier Millimeter sind für PST nicht geeignet.

modell_zaehne2Wunderwerk Zahnfleisch

Normalerweise sitzen unsere 28 „Zweiten“ (plus eventuell vier Weißheitszähne) fest im Zahnfleisch-Sattel. Das rosarote Gewebebett besteht aus einem dichten Netz an feinsten Blutgefäßen und versorgt die Zähne über die Wurzel mit allen notwendigen Nährstoffen. Im Laufe des Lebens zerkleinern wir mit unseren Backenzähnen etwa 35 Tonnen Nahrung.

Um ein Eindringen von Speiseresten aber auch Bakterien in die Wurzelhauttasche des Kieferknochens zu verhindern, heftet sich das Zahnfleisch ganz eng am Zahnhals an. So wird die empfindliche, vom Schmelz nicht überzogene Zahnwurzel und der Kieferknochen gegen die Mundhöhle abgedichtet.

zahnfleischrueckgang_vorher-nachher2Problem Sensible Zähne

Laut einer aktuellen Umfrage empfinden 67 Prozent aller Deutschen Zahnweh, wenn sie kalte Speisen oder Getränke zu sich nehmen (zu 35 Prozent bei Wärme). 51 Prozent der 2000 Befragten reagieren allein schon bei kalter Luft sensibel.

Hauptursache bei Erwachsenen ist der Rückgang des Zahnfleischs. Die Mundhöhle ist ein ideales Biotop für Bakterien. Nehmen sie überhand, bildet sich Zahnbelag (Plaque). Dieser führt unbehandelt zur Entzündung des Zahnfleischs. Eine mangelhafte oder falsche Mundhygiene beschleunigt die bakterielle Ausbreitung.

experte_drrassafDazu kommt: Bei jedem Dritten schwächelt – genetisch bedingt – das Immunsystem. Bei Frauen kommen zudem hormonelle Ursachen in Betracht.

Die „Gingivitis“ ist dabei die beginnende Entzündung des Zahnfleischs. Das Gewebe an den Zahnhälsen ist nur leicht gerötet. Blutungen beim Putzen oder Kauen gibt es nur hin und wieder.

„Parodontitis“ droht, wenn erste Alarmsignale übersehen werden und sich aus leichten Entzündungen schwere Verläufe entwickeln. Dann bilden sich an den Zahnhälsen tiefe Taschen. In diesen Schlupfwinkeln können Bakterien quasi ungestört an Zahn und Knochen nagen. Unbehandelt droht erst Knochenrückgang, dann – final – Zahnverlust.

praxis_visitenkarteKontakt:

Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Siuosh Rassaf, zertifizierter Spezialist der Pinhole ® Surgical Technique, Blauenstraße 10, 60528 Franfurt am Main, Tel.: 069/676702

Internet: www.zahnarzt-niederrad.de

Hinweis: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages