Nach nur zwei Wochen kehrte Frieden in meinem Bauch ein

Beschwerden_Bett3Schaudern. Das Schlimmste war die Dauer-Konfrontation mit den eigenen Ängsten: Die Furcht vor Krämpfen. Die Unsicherheit, wegen Bauchschmerzen nicht durchschlafen zu können. Die Sorge, mit jedem Bissen eine Kolik auszulösen. Und über allem die Panik, dass vielleicht doch etwas viel Schlimmeres dahinter steckt!

Beschwerden_BauchwehDiät. „Obwohl ich mich bald nur noch von gedünstetem Reis mit Hühnchen ernährte, tobte die Schlacht in meinem Bauch immer heftiger“, erzählt die 23jährige Jasmin Haupt (Name geändert). „Kein Wunder, dass ich bei der einseitigen Ernährung abnahm. Letztlich beschlich mich der Horror, ich könnte mich in Luft auflösen, wenn ich nicht bald einen Arzt finde, der mir hilft.“

Hilflosigkeit. De Facto waren die meisten Mediziner ratlos, wenn die Studentin der Sozialpädagogik von ihren Durchfällen, dem Blähbauch, der Übelkeit und den Bauchschmerzen berichtete. „Körperlich sei ich gesund, wurde mir immer wieder versichert – das letzte Mal nach einer unauffälligen Darmspiegelung im Herbst letzten Jahres. Ich solle mir weniger Sorgen machen, vielleicht in Urlaub fahren. Ich hätte das Reizdarm-Syndrom. Unangenehm zugegeben, aber ungefährlich!“

Selbsthilfe_WaermflascheIsolation. Die Bagatellisierung ärgerte die junge Wiesbadenerin. „Ich traute mich kaum noch aus dem Haus, ging nur dort hin, wo ich genau wusste, dass es eine Toilette gab. An ausgehen oder Freunde treffen, war gar nicht zu denken. Statt dessen zog ich mich zurück, führte ein Leben auf der Umlaufbahn ums Bad.“

Erfahrung. Fast immer begann es mit Schmerzen kurz nach dem kargen Mittagessen. Gefolgt von Blähungen, Durchfällen und Krämpfen. Um ein bisschen Linderung zu erfahren, blieb Jasmin Haupt selten mehr übrig, als mit einer Wärmflasche viel Zeit im Bett oder auf der Couch zu verbringen. Oft dauerte es mehrere Stunden, bis die Beschwerden nachließen. Hinterher war sie jedesmal völlig erschöpft.

Arztgespraech_VerdauungstraktFrustrierend. Aller Selbstkasteiung zum Trotz – die ersehnte Besserung stellt sich nicht ein. Anfang 2017 bekommt Jasmin von ihrer Frauenärztin den Tipp, sich bei Dr. Sorin Schirmer vorzustellen. Der Wiesbadener Facharzt für Allgemeinmedizin setzt seit vielen Jahren auf die rationale Naturheilkunde, erzielt damit u.a. bei Verdauungsbeschwerden gute Erfolge.

Diagnose_Abhoeren2Verbreitet. „Auch wenn keiner gerne über Verdauungsprobleme spricht: Sie sind kein Einzelfall,“ ermuntert Dr. Schirmer seine Patientin. „Wir schätzen, dass inzwischen jeder Dritte ab und zu Probleme mit dem Bauch hat. Eines der häufigsten Beschwerdebilder ist dabei das Reizdarmsyndrom – kurz RDS.“

Typisch. Gerade Frauen zwischen 20 und 40 leiden unter den lästigen, krampfartigen Bauchschmerzen, oftmals begleitet von Völlegefühl, Blähungen, Durchfall im Wechsel mit Verstopfungen. Das Problem: Da man zwar die Beschwerden kennt, aber nicht die genaue Ursache, lässt sich die Diagnose „Reizdarm“ nur durch Ausschluss anderer Krankheiten wie Morbus Crohn, Darmkrebs oder Abführmittel-Missbrauch stellen.

Diagnose_Laborwerte3Signifikant. „Liefern Darmspiegelung, Ultraschall oder auch die Blutuntersuchung keine Hinweise, bleibt am Ende RDS quasi übrig“, erklärt der Arzt den Ablauf. „Inzwischen gibt es die Vermutung, dass eine Dysbalance im Mikrobioms des Darms dabei eine entscheidende Rolle spielt.“

Hintergrund. Auch wenn wir sie nicht sehen können, alleine sind wir nicht: Etwa 100 Billionen Bakterien leben auf und in unserem Körper. Allein im Darm tummeln sich schätzungsweise etwa 1400 verschieden Arten – in mehr oder weniger friedlicher Koexistenz. Und je nachdem was wir essen, trinken oder auch an Medikamenten zu uns nehmen, tarriert sich die Mischung neu aus. Im schlimmsten Fall kommt es zum falschen Zusammenspiel zwischen Mensch und Bakterien.

Diagnose_Blutdruckmessung3Ungleichgewicht. „Auf Dauer kann eine Fehlbesiedelung nämlich zum Leaky Gut Syndrom führen,“ erläutert Dr. Schirmer. „Schützt sich normalerweise die Darmschleimhaut vor schädlichen Nahrungs-Eiweißen mit einer Barriere aus guten Darmbakterien, können durch Antibiotika, falsche Ernährung oder auch Infekte die nützlichen Keime in die Unterzahl geraten!“

Löchrig. Tatsächlich stößt Dr. Schirmer auch in der Krankengeschichte von Jasmin auf eine Antibiotika-Behandlung kurz vorm Auftreten der ersten Bauchbeschwerden. „Mit 19 musste bei mir ein Weisheitszahn gezogen werden. Danach bekam ich Ciprofloxacin.“

Diagnose_Abtasten2Studie. „Eine Untersuchung der Stanfort University belegt, dass eine solche Behandlung die Zusammensetzung der Darmflora erheblich verändert“, weiß Dr. Schirmer. „Nach drei bis vier Tagen sind etwa ein Drittel aller Bakterienarten unter Antibiotikagabe verschwunden. Die geschwächte Barrierefunktion führt dann dazu, dass die Darmschleimhaut immer stärker von Fremdeiweißen aus der Nahrung gereizt wird und es zu chronischen Entzündungen kommt. Das schädigt wiederum die Darmschleimhaut – ein Teufelskreis, der mit immer mehr Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfällen einhergeht.“

Arztgespraech_Myrrhe3Akutbehandlung. Zur Soforthilfe bekommt Jasmin ein pflanzliches Kombi-Präparat aus Myrrhe, Kaffeekohle und Kamillie verschrieben. „Die Zusammensetzung hat sich seit über 50 Jahren bei Magen-Darm-Beschwerden bewährt“, erklärt der Arzt. „Die drei Heilpflanzen greifen an verschiedenen Punkten an, verstärken sich gegenseitig in ihrem therapeutischen Effekt.“

Naturarznei_Myrrhe3Aufgabenteilung. Während die Myrrhe entzündungshemmend wirkt, Darmkrämpfe lindern kann und die Darmbarriere stabilisiert (s. Kasten), hat die Kaffeekohle die Aufgabe, Giftstoffe im Darm zu binden und den Verdauungstrakt zu reinigen. Der Kamille kommt vor allem eine desinfizierende und entkrampfende Aufgabe zu.

Therapie_MyrrheErnährungsumstellung. Zweiter Therapieschritt ist die Umstellung der Ernährung: weg von Pilz-gereiften Produkten wie Schimmelkäse, Brottrunk, Hefebrot, Hefekuchen, Essig oder Senf; hin zu „frischen“ Nahrungsmitteln. „Im Rahmen einer Ernährungsberatung erfuhr ich, welche Lebensmittel meinen Darm eher entlasten und welche wiederum belastend wirken. Seitdem verzichte ich auf alles Süße, aber auch auf fette Speisen, wie Pizza oder Pommes. Außerdem habe ich meinen Milchkonsum reduziert; greife nicht zu schwerverdaulichen Vollkorn-Produkten, Chips oder Schokoriegeln“.

Erfolg_Essgenuss4Alternative. Statt dessen steht auf Jasmins Speiseplan viel frisches Obst und Gemüse, Reis und Nudeln, Yoghurt und getoastetes Brot. „Der Erfolg ist erstaunlich: Innerhalb von zwei Wochen kehrte in meinem Bauch endlich Frieden ein. Nach vier Wochen waren die Beschwerden verschwunden“, strahlt sie. „Inzwischen kann ich auch außerhalb – zum Beispiel in der Mensa – essen. Und zwar mit Genuss. Hinzu kommt: Mein Bauch verträgt es mittlerweile, wenn ich mal sündige und ein Stück Fleisch esse. Ich darf nur nicht übertreiben.“

 

Experte_DrSchirmer10Vier Fragen an Dr. Sorin Schirmer (50), Facharzt für Allgemeinmedizin, Wiesbaden

 Woran erkenne ich das Reizdarm-Syndrom? Typisch für den „nervösen Bauch“ ist der Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen. Reizdarm ist nicht bösartig oder ansteckend und führt auch nicht zu Krebs. Doch wenn gleich die Lebenserwartung nicht eingeschränkt ist, ist die Lebensqualität häufig stark beeinträchtigt.

Wann sollte ich zum Arzt? Halten Verdauungsbeschwerden länger als 14 Tage an, sollten diese generell ärztlich kontrolliert werden. Sofort zum Arzt sollten Sie bei Alarmsymptomen wie Fieber, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, bei heftigen Schmerzen oder Krämpfen. Gleiches gilt wenn wässriger Durchfall länger als zwei, drei Tage anhält.

Experte_MyrrheWelche Heilpflanzen können mir helfen? Wenn Laboruntersuchungen, Ultraschall und Darmspiegelung ohne Befund bleiben, hat sich gerade bei Reizdarm die „rationale“ Phytotherapie mit Myrrhe bewährt.

Was kann ich noch selber tun? Unser täglicher Stress schlägt uns gleich doppelt auf den Bauch. Zum einen kauen wir schlechter – und große Nahrungsbrocken sind schwerer verdaulich. Zum anderen wird unter Dauerstress das vegetative Nervensystem belastet. Dies steuert u.a. die Verdauung. Deshalb schlägt seelische Belastung direkt auf den Darm. Ein gutes Gegenmittel ist regelmäßige Entspannung – z.B. per Autogenem Training.

 

 

Beschwerden_Bauchweh2Reizdarm: Frauen sind doppelt so oft betroffen

Frisches Obst, knackiger Salat, leckeres Gemüse – 17 Millionen Deutsche können davon nur träumen. Vielen bereitet gerade das aktuelle Marktangebot Bauchschmerzen: Obwohl medizinisch diagnostizierbare Veränderungen (z.B. durch eine Darmspiegelung) fehlen, leiden sie schmerzhaft unter Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Typisch ist, dass seelische oder körperliche Belastungen die Beschwerden verstärken. Experten vermuten eine angeborene Übersteuerung des vegetativen Nervensystems.

 

Selbsthilfe: So beruhigen Sie den Bauch

Das können Sie tun: Tagebuch führen Notieren Sie, was Beschwerden verursacht und vor allem wann sie auftreten (Tages- und Arbeitsrhythmus, Stress, Essen, Medikamente).

Selbsthilfe_Yoga2Locker lassen: Verringern Sie berufliche oder private Dauerbelastungen. Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training helfen Ihnen, den Alltagsstress besser zu „verdauen“.

Bewusster Essen: Trinken Sie mehr Wasser und Kräutertees – beispielsweise Pfefferminze, Kamille, Kümmel oder Anis. Das verhindert quälende Verstopfungen, beruhigt den Darm und gleicht die Flüssigkeitsverluste aus. Joghurt und Buttermilch stabilisieren die Darmflora und reguliert die Verdauung auf natürliche Weise.

Wärmen & bewegen: Wärmflasche und feuchte Wickel lösen Verspannungen und Krämpfe. Kamillentee beruhigt den Darm. Bewegung löst verspannte Muskulatur, stärkt die Darmfunktion.

 

Steckbrief Myrrhe – Pflanze der Linderung

Naturarznei_Myrrhe4Die Myrrhe gehört zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit und wurde schon von Hippokrates verwandt. In den letzten Jahren wurden die aus der Erfahrungsmedizin schon lange bekannten Wirkungen der Myrrhe in verschiedenen Studien näher untersucht. Labor-Untersuchungen der Universität Leipzig ergaben, dass Myrrhe den Spannungszustand der glatten Darmmuskulatur senkt, die Stärke der Darmkontraktionen verringert und dadurch Darmkrämpfe lindern kann. Studien an der Charité Berlin haben außerdem gezeigt, dass die Arzneipflanze die Darmbarriere stabilisiert und sie vor schädlichen Einflüssen durch das entzündungsfördernde Eiweiß TNFalpha schützt.

Wo kommt sie her? Man unterscheidet bis zu 200 verschieden Myrrhearten. Sie wachsen in den östlichen Mittelmeergebieten, Arabien und Ostafrika.

Woran erkenne ich sie? Der Myrrhenbaum ist ein bis zu drei Meter hoch wachsender, dorniger, stark verzweigter Baum mit rosafarbenen kleinen Blüten. Wird die Rinde des Myrrhe-Strauches eingeschnitten, tritt flüssiges Gummiharz aus, das an der Luft zu gelben Stücken erstarrt. Dieses luftgetrocknete Harz wird als Myrrhe bezeichnet

Symbol_FriedenimBauch2Wie wirken diese? Myrrhe wirkt desinfizierend und zieht die äußeren Schichten der Schleimhäute zusammen. Myrrhe zeigt weiter „antimykotische“ Wirkungen, bekämpft Hefepilze. Darüber hinaus hat Myrrhe entzündungshemmende („antiphlogistische“) Eigenschaften und fördert die Wundheilung („granulationsfördernd“).

Was ist drin? Das aus dem Myrrhenbaum gewonnene, luftgetrocknete Harz wird als Myrrhe bezeichnet und enthält bis zu einem Zehntel ätherische Öle.

Schnelltest: Reagiert Ihr Darm gereizt?

  1. Leiden Sie wiederholt unter Bauchschmerzen bzw. –krämpfe, Blähungen oder Durchfall bzw. Verstopfungen?
  2. Bestehen die Beschwerden länger als drei Monate und treten sie an mind. drei Tagen pro Monat auf?
  3. Hat sich mit dem Beginn Ihrer Beschwerden auch die Häufigkeit Ihres Stuhlgangs verändert?
  4. Hat sich mit dem Beginn Ihrer Beschwerden auch die Beschaffenheit Ihres Stuhlgangs verändert?
  5. Bessern sich Ihre Beschwerden nach dem Stuhlgang?

Auswertung:

Wenn Sie Frage 1 und eine weitere Frage mit Ja beantwortet haben, könnte dies auf einen Reizdarm hinweisen. Einen genaueren Test finden Sie unter www.pflanzliche-darmarznei.de /Darmerkrankungen/Reizdarm/Online-Symptomtest.html

Zur genaueren Klärung, sollten Sie einen Arzt aufsuchen – auch um andere Krankheiten auszuschließen.

Praxistipp: Dr. Sorin Schirmer, Burgstraße 6-8, 65183 Wiesbaden, Tel.: 0611-373094, www.schirmer-sorin.de

Kostenlose Broschüre: „Pflanzliche Hilfe beim Reizdarmsyndrom“ über pflanzli­che Arzneimittel, weitere Möglichkeiten der Naturheil­kunde und Expertentipps zum Umgang mit der Krankheit. Kostenlos bei Pflanzliche Darmarz­nei, Postfach 1107, 65741 Eschborn oder per E-Mail-Anfrage über info@pflanzliche-darmarznei.de

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages