Andorn beruhigte meinen chronischen Husten

Verkaeuferin_NicoleSinger2Zuverlässig. Alles begann sechs Wochen vor dem Jahreswechsel 2016 auf 2017. Im Sportgeschäft war die Hölle los. Und ausgerechnet in dieser Zeit musste Verkäuferin Nicole Singer (32) mit einer heftigen Erkältung und Husten und Schnupfen und einem schlechten Gewissen gegenüber den Kollegen das Bett hüten. Zwei Tage hielt sie durch. Dann war Schluss mit „krankfeiern“.

Atemnot. „Gesundwerden kann ich auch bei der Arbeit, meldete ich mich beim Chef zurück“, erzählt die Münchnerin. „Nur leider hielt sich die Erkältung nicht daran: Nach einer Woche Auf- und Ab erlebte ich den schlimmsten Rückfall meines Lebens: Meine Bronchien waren plötzlich total verschleimt. Nachts bekam ich kaum Luft – dafür Fieber. Mein bellender, keuchender Dauerhusten weckte die ganz Familie.“

Symptome_Husten2Stress. Am anderen Morgen ging Nicole direkt zum Hausarzt – um sich ein Antibiotikum verordnen zu lassen. „Ich wollte schnellstmöglich fit werden – sowohl für meine Familie, als auch für den Job“, sagt sie. „Ich war überzeugt, ich hätte keine Zeit, krank zu sein.“

Verordnung. Aufgrund der Hartnäckigkeit des Infekts ließ sich der Arzt erweichen, Nicole Singer ein Antibiotikum zu verordnen. Wirklich besser wurde es nicht. Im Gegenteil. „Nach der Hälfte der Packung merkte ich, dass die Tabletten auf den Darm schlugen. Mit jeder Pille mehr fühlte ich mich kränker. Zwar ließ die Erkältung langsam nach. Das Krankheitsgefühl aber blieb. Mit den Antibiotika aufhören konnte ich auch nicht: Der Arzt hatte mich vor dem Risiko der Resistenzen gewarnt (s. Kasten).“

Symptome_ErkaeltungRückfall. Keine drei Wochen später lag Nicole Singer wieder flach. „Meine Jüngste war erkältet aus dem Kindergarten gekommen, hatte mich angeniest. Nur Stunden später spürte ich ein Kältegefühl und ein Kribbeln im Hals, das sich zu den Bronchien ’runterarbeitete.“

Rückzug. Wie das Jahr geendet hatte, ging es auch 2017 weiter. „Ein Huster, ein Nieser meines Gegenübers reichten aus, damit ich umgehend wieder auf der Nase lag. Um mich vor dem nächsten Infekt zu schützen, zog ich mich mehr und mehr zurück. Das letzte Mal, dass ich mit Freundinnen gesellig um die Häuser zog, war zum Fasching.“

Selbsthilfe_InhalatorChronisch. Der Preis dafür war hoch: Fast drei Wochen dokterte Nicole anschließend mit einem hartnäckigen Atemwegsinfekt herum. „Eine davon hütete ich mit Fieber das Bett. Mein Hausarzt diagnostizierte eine allgemeine Immunschwäche.“

Wendung. Dann bekommt die Bayerin von einer Freundin den Tipp, sich an den Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, Dr. Erwin Häringer (72) zu wenden. „Ich suchte einen Arzt, der sich auf das Immunsystem spezialisiert hat. Denn eines wollte ich nicht: weiter Antibiotika nehmen!“

Diagnostik_RachenUntersuchung. Der seit 36 Jahren niedergelassene, „gelernte“ Neurochirurg, der über Riechstörungen zur Aromatherapie und damit zur Naturheilkunde kam, konnte nach der Erst-Untersuchung seine Patientin beruhigen: „Ihre allgemeinen Symptome sprechen eher für einen Virusinfekt. Und so wie ihre Lungen klingen, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um eine bakteriell bedingte Pneumonie.“

Diagnostik_Abhoeren2Diagnose. Insofern machten Antibiotika auch gar keinen Sinn. Dafür diagostizierte der Arzt nach ausführlichem Abklopfen, Abhorchen und Inspektion des Halses eine hartnäckige Erkältung, die in eine spastische Bronchitis übergangen ist.

Traditionell. Als Sofortmaßnahme greift Doktor Häringer auf ein pflanzliches Arzneimittel zurück – auf Andorn-Bronchialtropfen. „Die Arzneipflanze des Jahres 2018 nannte bereits Parcelsus den ,Arzt der Lunge’“, erklärte Dr. Häringer. „Aufgrund seiner schleimlösenden, antientzündlichen und schmerzlindernden Wirkung wird Andorn traditionell bei Atemwegserkrankungen wie trockenem Husten und akuter, sowie chronischer Bronchitis zur Symptom-Linderung eingesetzt – nicht umsonst heißt die Pflanze seit alters her ,Lungentrost’.“

Arztgespraech_Kapuzinerkresse5Stärkend. Um die körpereigene Infektabwehr im Kampf gegen die Erkältungsviren zu unterstützen, kommt zusätzlich ein Senfölgemisch aus Kapuzinerkresse und Meerrettich auf das grüne Rezept für die Patientin.

Linderung. „Die Senföle wirken nicht nur gegen die Auslöser von Erkältungskrankheiten – sprich die krankheitsverursachenden Viren.. Die Pflanzenstoffe bekämpfen zudem auch Bakterien, können dadurch das Auftreten einer zusätzlichen bakteriellen Infektion vermeiden. Diese so genannte Superinfektion setzt sich häufig nach einem Virusinfekt „oben drauf“. Und dank ihrer antientzündlichen Wirksamkeit unterstützt die Senfölkombination auch eine schnelle Besserung der schmerzhaften Beschwerden,“ ergänzt der Arzt

Experte_RezeptverordnungSchonung. Aktuelle Studien belegen, dass das Senfölgemisch aus Kapuzinerkresse und Meerettich wiederkehrende Erkältungen sogar vorbeugen und die Erkältungshäufigkeit um die Hälfte reduzieren kann. Dr. Häringer: „Das Wichtigste: Resistenzen gegen das so genannte pflanzliche Antibiotikum wurden aufgrund der vielfältigen Wirkweise der Senföle – im Gegensatz zu den chemisch-synthetischen Pendants – noch nie beobachtet und sind auch nicht zu erwarten. Und da die pflanzlichen Wirkstoffe bereits im oberen Dünndarm aufgenommen werden, wird die körpereigene Darmflora geschont.“

Schwächung. Das ist für den Münchner Arzt besonders wichtig, da im Darm ein großer Teil der „immunkompetenten Zellen“ sitzen. Dr. Häringer: „Etwa 75 Prozent unseres gesamten Abwehrsystems befinden sich hier. Eine Belastung der Darmflora – wie bei der Patientin durch die wiederkehrende Behandlung mit chemisch-synthetischen Antibiotika – führt oft zur Schwächung. In Folge können schädliche Erreger häufig nur noch unzureichend bekämpft werden – so wie im vorliegenden Fall!“

Therapie_Arzneipflanzen2Wirkung. Noch am selben Tag holt sich Nicole Singer die Heilpflanzen-Präparate Marrubin und Angocin Anti-Infekt aus der Apotheke, nimmt jeweils dreimal täglich vom Andorn-Extrakt 40 Tropfen und vier Tabletten des Senföl-Präparats. „Schon am zweiten Tag wurde es merklich besser“, freut sich die 32jährige. „Husten und Schnupfen ließen nach. Nach einer Woche waren die Beschwerden komplett weg. Dafür stellte sich das langvermisste Gefühl der gesundheitlichen Robustheit ein. Jetzt nehme ich zur Vorbeugung nur noch ab und zu zwei mal zwei Tabletten – z.B. wenn mal wieder im Laden oder im Kindergarten der Schnupfen umgeht. Außerdem esse ich ganz viel Obst und Gemüse und trinke viel. Dank dieser Empfehlungen von Herrn Doktor Häringer fühle ich mich endlich richtig fit und gesund!“

 

Experte_DrHaeringer2Fünf Fragen an den Experten Dr. Erwin Häringer (72), Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, München

Wie schütze ich mich am besten vor Erkältungen? Eine der besten Vorbeugemaßnahmen ist häufiges Händewaschen. Fast jede Erkältung wird von Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ansteckungsgefahr besteht sowohl durchs Anniesen als auch durchs Händeschütteln oder Anfassen von Türklinken – deshalb ist mein Topptip für den Winter: regelmäßig Hände waschen.

Selbsthilfe_Tee2Und wie sieht es mit der täglichen Ernährung aus? Da ist zu allererst trinken zu nennen. Einerseits weil wir in der kühlen Jahreszeit weniger Durst empfinden. Andererseits weil in den geschlossenen, beheizten Räumen die Luft trockener ist. Ausreichend Flüssigkeit ist der beste Schutz für die Schleimhaut von Nase und Lunge. Wer zwei Liter am Tag trinkt, verhindert das Austrocknen der Schleimhaut und das Einnisten von Viren. Außerdem empfehle ich Schwarzbrot und Vitamin D (mindestens 2000 Einheiten).

Stimmt es, dass ich mit Sport mich ebenfalls schützen kann? Halten Sie sich viel an frischer Luft auf und gehen Sie regelmäßig – gemütlich! – spazieren. Dadurch werden die Atemwege stärker durchblutet.

Beschwerdefrei_Joggen4Worauf sollte ich im Akutfall achten? Sehen Sie Fieber als ihren Verbündeten an, nicht als ihren Gegner. Mit Fieber bekämpft der Körper die Krankheitserreger. Lindernd wirkt ein Vollbald mit einer Wassertemperatur von ein bis zwei Grad unter der aktuellen Körpertemperatur. Das reicht, um das Fieber mild abzusenken. Gleichzeitig werden noch die Atemwege befeuchtet. Wenn Sie dem Bad noch Backpulver zusetzen, wirkt es entsäuernd und damit lindernd bei erkältungsbedingten Gliederschmerzen.

Haben Sie noch einen Tipp gegen den Husten? Dampf-Inhalationsbäder mit Salz kurzfristig zwei bis drei Tage, Kamille- oder Salbeiextrakte regen die Selbsteinigung der Atemwege an und pflegen sie.

 

Grippe oder grippaler Infekt – so erkennen Sie den Unterschied

Selbsthilfe_Tee3Sobald die Kollegin im Nebenzimmer hustet und der Chef Schal statt Krawatte trägt, ist es wieder soweit: Die „Grippe“ geht um. Im Alltag wird zwischen Erkältung und der richtigen Grippe kaum unterschieden. Dabei werden die Erkrankungen von ganz unterschiedlichen Erregern ausgelöst.

„Die richtige Grippe wird von Influenzaviren hervorgerufen“, so Dr. Erwin Häringer. „Ihre Beschwerden sind sehr viel dramatischer als beim grippalen Infekt. Typisch ist ein hochakuter Beginn mit plötzlichen Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber und extrem heftigem Krankheitsgefühl.“ Hinzu kommen starker Husten und andere Beschwerden.

Schnupfen-VirusDr. Häringer: „Typisch für die Viruserkältung ist eine Entwicklung der Krankheit über Tage. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsschmerzen, mäßige Glieder- und Kopfschmerzen, selten Fieber und Schüttelfrost Für eine Erkältung kommen ungefähr 200 unterschiedliche Virusarten als Auslöser in Frage. Rhino-, Adeno- oder Coronaviren sorgen während des ganzen Jahres dafür, dass es Erkältungen gibt. Normalerweise klingen sie nach einigen Tagen wieder ab.“

 

Kasten Resistenzen

AntibiotikumLaut Schätzung wird etwa jedes zweite Antibiotikum unnötig eingenommen. Besonders problematisch ist die zunehmende Resistenzentwicklung von Keimen gegenüber den gängigen chemisch-synthetischen Antibiotika. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in Europa jährlich rund 25000 Patienten infolge der Infektion mit resistenten Keimen – Tendenz steigend.

Therapie_RezeptDas Problem: die Unempfindlichkeiten nehmen deutlich schneller zu, als die Entwicklung entsprechender Medikamente. Einen Weg zur Entschärfung des Resistenzproblems sehen Experten daher im alternativen Einsatz von antibiotisch wirksamen Pflanzeninhaltsstoffen. Der Einsatz des Senfölgemischs bei unkomplizierten Atem- und Harnwegsinfekten sei eine gute Option, um die Ausbreitung resistenter Keime zu bremsen.

Weitere Infos unter www.pflanzliche-antibiotika.de

 

Steckbrief Andorn

Arzneipflanze2018_Andorn2Andorn (Marrubium vulgare L.) ist heutzutage als Heilpflanze fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Das ist schade, denn die Wirkung der traditionsreichen Arzneipflanze des Jahres 2018 und ihre herausragende historische Bedeutung ist umfangreich dokumentiert. Bereits der griechische Arzt Disokurides beschrieb ihre schleimlösende Wirkung. Und auch in den Schriften der Hildegard von Bingen taucht der Andorn auf.

Wo kommt sie her? Andorn gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt ursprünglich aus Südeuropa.

Woran erkenne ich sie? Der Gemeine Andron ist eine mehrjährige Staude. Sie wird cica 60 Zentimeter hoch. Auffallend sind die vielen weißen Blüten, die dicht gedrängt in den Blattachseln sitzen

Roentgenbild_Bronchien2 KopieWas ist drin? Die gefäßerweiternde, krampflösende und schmerzlindernde Heilwirkung von Andorn wird hauptsächlich dem Bitterstoff Marrubiin zugeschrieben. Aktuelle Untersuchungen aus den USA weisen zudem darauf hin, dass solche Bitterstoffe auch eine Stärkung des Immunsystems bewirken könnten.

Wann hilft es? Die Pflanze wird zur Schleimlösung bei trockenem Husten, akuter oder chronischer Bronchitis eingesetzt.

 

Schnelltest – Ist mein Immunsystem stark genug für den Winter?

  1. Leiden Sie häufiger als dreimal pro Jahr an einer Erkältung?
  2. Sind Sie pro Woche seltener als zwei mal eine halbe Stunde an frischer Luft?
  3. Treffen Sie beruflich oder privat mit mehr als 30 Menschen pro Woche zusammen?
  4. Leben oder arbeiten Sie in klimatisierten Räumen?
  5. Haben Sie Kinder, die in den Kindergarten gehen?

Diagnostik_StethoskopAuswertung: Vorbeugen ist besser als heilen. Schon bei einem Ja kann Ihr Immunsystem belastet sein. Gerade wenn Sie keine akute Beschwerden haben, sollten Sie versuchen, Ihre Abwehrkräfte, vor allem durch regelmäßige Bewegung (Fahrradfahren, Spaziergänge), vitaminreiche Ernährung und Wasseranwendungen nach Kneipp zu stärken.

Kontakt: Praxisgemeinschaft für Allgemeinmeidzin und Naturheilkunge Schwabingen, Dr. med. Beier/Häringer, Karl-Theodor-Straße 93, 80796 München, Tel. 089-3508191

Wichtig: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages