Per Trance-Programm bekam ich meinen Heuschnupfen in Griff

Allergikerin_SvenjaVossBefreit. „Es ist, als ob ich alles zum ersten Mal erlebe: das erste frische Grün, die wärmenden Sonnenstrahlen – und vor allem den Duft des Frühlings“. Svenja Voß sprüht vor Begeisterung. Die 31jährige ist gerade unterwegs, genießt das schöne Wetter am Ufer der Ostsee.

Beschwerdezeit. Fast 20 Jahre lang konnte die zierliche Zollbeamtin davon nur träumen, hatte spätestens Ende März bis Anfang Oktober die Nase voll. Grund: Seit dem zwölften Lebensjahr leidet Svenja Voß unter diversen Pollenallergien. Neben Gräsern reagiert sie auch noch auf Birke, Haselnuss und Erle verschnupft. Außerdem auf Katze, Pferd und Hausstaub!

Erfolg_TaschentuchVerwechslung. „Gewusst habe ich das damals allerdings nicht“, erinnert sie sich. „Jahrelang ging ich davon aus, dass ich mich irgendwo erkältet hätte. Auch mein Arzt behandelte die Symptome zunächst als Infekt. Mit 18 bekam ich von einer Nachbarin den Tipp, mich auf Allergien checken zu lassen.“

Hintergrund. Bei inzwischen jedem vierten Deutschen reagiert das Immunsystem übersensibel auf eigentlich harmlose Stoffe – vier von zehn insbesondere auf Gräserpollen. Auslöser ist ein Ungleichgewicht bestimmter Zellen des menschlichen Immunsystems: Allergiker haben mehr so genannte TH-2-Zellen, die bei Aktivierung Botenstoffe produzieren, die zu den typischen Beschwerden auf den betroffenen Schleimhäuten in Mund, Nase, Auge führen: Schwellung, Sekretfluss, Juckreiz!

Erfolg_freiatmen2Marathon. In den ersten Jahren gab es fast nichts, was Svenja Voß und ständig wechselnde Ärzte unversucht ließen. „Von der heilkundlichen Eigenblutbehandlung bis zur schulmedizinische Hyposensibilisierung – nichts hat mir anhaltend geholfen“, bilanziert sie. „Um die akuten Beschwerden zu lindern, bekam ich Medikamente: neben einfachen, abschwellenden Nasensprays auch höher dosierte Kortison-Präparate. Doch das konnte nicht verhindern, dass in den letzten Jahren die Bronchien immer häufiger in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ich bekam immer schlechter Luft. Besser wurde es nur in klimatisierten Räumen, wie in Kaufhäusern oder Kinocentern.“

Diagnose_Endoskop2Risiko. Die größte Gefahr für die acht Millionen „Heuschnupfer“ ist der so genannte Etagenwechsel, das Wandern der Beschwerden von der Nase hinunter in die Lunge. Dann droht ein allergisches Asthma, bei dem es nicht nur zur extrem belastenden Atemnot kommt, sondern auch das Herz geschädigt werden kann.

Diagnose_Typisierung12Wende. Vom Hausarzt bekommt Svenja den Tipp, sich an die Hals-, Nasen-, Ohrenärztin Dr. Sylvia Schnitzer zu wenden. Die in Grevesmühlen niedergelassene Ärztin ist anerkannte Expertin für Allergologie. Ein so genannter „Pricktest“ am Arm bringt Klarheit ins diffuse Beschwerdebild. Svenja hat eine Multi-Allergie, reagiert auf mindestens sechs Pollenarten.

Wende. „Klassischer Weise wird per spezifischer Immuntherapie die Allergie quasi weggeimpft. Leider können wir mit diesem Heilverfahren nicht alle Allergene auf einmal erreichen, sondern nur die wichtigsten“, erklärt die Spezialistin, die seit vielen Jahren neben der Schulmedizin auch auf alternativ-medizinische Verfahren setzt. „Keine Sorge: um auch die anderen Überempfindlichkeiten zu reduzieren, gibt es Möglichkeiten, das Immunsystem positiv zu beeinflussen – u.a. mit speziellen Hörübungen in Trance.“

Arztgespraech_Mindvisory6Einfach. Dazu hat die HNO-Ärztin gute Erfahrung mit dem MindChange-Audioprogramm von Ulrich Oldehaver gesammelt. „Hier können die Patienten einfach, mit wenig Vorkenntnissen und wenig Aufwand Zugriff auf ihr Unterbewusstsein bekommen. Die speziellen Hörübungen sind speziell so zusammengestellt worden, dass über die Psyche das überaktive Immunsystem beruhigt wird.“

NLP_MindvisoryÜbung. Svenja Voß lud sich das neuroaudio-linguistische Programm bequem aus dem Internet herunter (kostenloses Beispiel: www.mindvisory-seminars.de/hoerprobe/). Ziel der Audiotracks ist, dem Zuhörer unterbewusst dabei zu helfen, den Stress des Alltag besser zu verarbeiten, das komplexe Zusammenspiel des Immunsystem für Anspannung zu schützen, um sich besser in der eigenen Haut zu fühlen.

Schnell. „Bei den Texten ging es vor allem darum, meine Gedanken schweifen zu lassen, meinen geistigen Focus zu verändern und so ein tiefes Gefühl der Ruhe herbeizuführen. Erstaunlich: Ich brauchte nur drei- bis viermal pro Woche eines der drei, knapp 30minütigen Trance-Programme zu hören – schon war ich spürbar gelöster und ruhiger.“

Selbsthilfe_Mindvisory2Runterschalten. Weitere Hilfe erfuhr Svenja per Ohr-Akupunktur. Bis zu 110 Reflexpunkte können hier durch feine Nadeln stimuliert werden und lindernd auf entfernte Organe wie Nase, Lunge und Augen wirken. Für Zuhause zeigt Dr. Schnitzer Svenja spezielle Akupressurpunkte (z.B. in den Nasenwinkeln) mit denen sie ihre Beschwerden selbst lindern kann.

Anhaltend. Als jetzt die Pollenflugsaison wieder einsetzt, wird der Erfolg der Therapie bei der 31jährigen deutlich. „Früher ernährte ich mich in dieser Zeit quasi von Nasenspray und Augentropfen“, sagt sie. „Darauf kann ich dieses Jahr dank des Audioprogramms und der Akupressur verzichten. Ich fühle mich in meiner Haut richtig wohl und entspannt. Einen solchen Erfolg habe ich nicht für möglich gehalten.“

 

Vier Fragen an Expertin Dr. Sylvia Schnitzer

Expertin_DrSylviaSchnitzerHaben Sie SOS-Tipps für Betroffene? Der bestes Schutz vor Heuschnupfen ist die Vermeidung des Kontakts mit dem jeweiligen Allergen. Waschen Sie sich immer vor dem Zubettgehen die Pollen aus den Haaren und wechseln Sie außerhalb des Schlafzimmers die Kleidung. Lüften Sie auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr; in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr – denn dann ist die Belastung am geringsten. Achten Sie beim nächsten Autokauf auf einen Pollen-Filter.

Woran erkenne ich den Unterschied zu normalen Schnupfen? Die akuten Symptome wie verstopfte Nase, trockener Husten, juckende Augen und Kribbeln im Rachen, ständig wiederkehrende oder auch länger als normal anhaltende „Infekte“ treten sowohl bei einer Allergie als auch bei einem Infekt auf. Ein deutlicher Heuschnupfen-Hinweis ist die saisonale Regelmäßigkeit bzw. das Nachlassen bei Regen. Absolute Klarheit, ob eine Sensibilisierung bzw. Allergie vorliegt, bringt dann ein Prick– oder Provokationstest.

Arztgespraech_Pollenflug2Muss Heuschnupfen behandelt werden? Ja, Heuschnupfen ist keine Bagatell-Erkrankung. Die richtige und frühe Behandlung mit Medikamenten kann nicht nur das Schniefen, Tränen und Jucken bekämpfen, sondern auch die Verschlimmerung verhindern. Sonst besteht die Gefahr, dass das Immunsystem auf immer mehr Stoffe allergisch reagiert. Das heißt dann Neusensibilisierung. Oder – und das ist gefährlicher – der Heuschnupfen wird zum allergischen Asthma. Unbehandelt erleiden vier von zehn Pollenallergikern einen so genannten „Etagenwechsel“.

HNOPraxis_Schild2 KopieVerschwindet Heuschnupfen wieder von selbst? Je mehr Allergene Ihnen bereits Probleme bereiten, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sich der Körper selbst heilt. Allergien werden ja auch vererbt. So liegt die Rate bei Eltern mit gleichen allergischen Beschwerden beim Kind schon bei 80 % für dieses Allergen. Positive Effekte scheinen Probiotika, in dem letzten Trimenon der Schwangerschaft gegeben, als Schutz vor Allergien für das Kind zu haben.

 

Kasten Heuschnupfen

Pollen KopieHeuschnupfen ist keine Frage des Alters. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa eine Millionen Kinder und sieben Millionen Erwachsene die Heuschnupfen haben. In der Regel setzt der Heuschnupfen etwa ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren ein. Aber es gibt heute auch Säuglinge, die bereits unter einer Milbenallergie leiden.

Offenbar liegt eine gewisse Veranlagung für Heuschnupfen in unseren Genen. Der moderne Lebensstil – speziell in der Kindheit – mit mehr Hygiene (dafür weniger Infekten) legt im Verlauf des Lebens im Immunsystem gewisse Schalter um, so dass vermehrt Allergien ausbrechen.

Allerdings: in einigen Ländern beobachten die Experten, dass inzwischen die Zunahme ins Stoppen gerät – z.B. in Australien. Deshalb vermuten die Allergologen, dass auch in Europa ein solches Plateau bald erreicht sein wird.

 

Hintergrund NLP

NLP_Mindvisory9Als Sofortreaktion sichert Stress das Überleben. Auf Dauer kann er den Körper krankmachen: z. B. bei Heuschnupfen und Asthma verstärkt die Daueralarmbereitschaft des Körpers die negative Verspannung der (Atem-)Muskulatur. Und auch der Juckreiz wird durch Stress verstärkt wahrgenommen.

Selbsthilfe_Yoga2Bereits schon länger komplementärmedizinisch bewährt haben sich deshalb bei der Störung des Immunsystems Muskelrelaxation nach Jacobsen und Autogenes Training. Jetzt kommt immer öfter die neue Methode des Neuro-Linguistischen Programmierens – kurz NLP – dazu.

In den 1970iger Jahren entwickelt mit dem Ziel durch suggestives Mentaltraining geistige Ressourcen effektiver und zielgerichteter einzusetzen und so z.B. Stress-Situationen besser zu bewältigen, dient die Technik jetzt immer häufiger gesundheitlichen Aspekten.

Inzwischen wird NLP nicht nur zur beruflichen und privaten Weiterentwicklung eingesetzt, sondern auch bei körperlichen Beschwerden wie beispielsweise Allergien.

 

Info_Heuschnupfen3 KopieSchnelltest: Wie allergisch reagieren Sie

  1. Überkommt Sie scheinbar grundlos oft Augenjucken, Schnupfen oder Atemprobleme?
  2. Werden Sie morgens von Niesattacken, Hustenreiz oder verstopfter Nase sowie verklebten Augen geplagt?
  3. Stellt sich bei Ihnen während des Tages oder in Ruhepausen Kurzatmigkeit ein?
  4. Hatten Sie jemals juckende oder stark gerötete Hautveränderungen?
  5. Haben Sie jemals ein Pfeifen, Brummen oder ein Engegefühl im Brustkorb gehört bzw. gespürt?

Auswertung: Leider besteht schon bei einer positiven Antwort bei Ihnen der erste Verdacht auf eine allergische Reaktion. Bei akuten Beschwerden sollten Sie deshalb auf jeden Fall einen allergologisch geschulten Facharzt aufsuchen.

Mehr Infos: Die notwendige allergologische Untersuchung und eine eventuell notwendige medikamentöse Therapie werden mit der Kasse abgerechnet. Das MindChange Audiopaket (3 x circa 27 Minuten) ist keine Kassenleistung, liegt bei 59,95 Euro

Info NLP-Programm: www.mindvisory.com

Praxiskontakt: Dr. Sylvia Schnitzer, Am Lustgarten 2 23996 Grevesmühlen, Tel.: 03881/7910-3, Email: hno-grevesmuehlen@web.de

Wichtig: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages