Mit einem pflanzlichen Antibiotikum bekam ich meinen Dauerhusten in Griff

Erfolg_Atemholen6Panik. Es gab Phasen im letzten Sommer, da hätte Sabrina Lezaf (33) ihre Wohnung am liebsten gar nicht verlassen: „Ein erkälteter Sitznachbar im Bus. Ein keimbelasteter Türgriff im vollklimatisierten Büro, eine viertel Stunde im Windzug in der Eisdiele – schon hatte ich mir den nächsten Katarrh eingefangen,“ erinnert sich die Münchenerin an den Tiefpunkt ihrer dreijährigen Leidensgeschichte.

Abwärts. Meist arbeitete sich solch’ ein Infekt erst zur Stirnhöhle hoch, um dann abwärts die Atemwege anzugreifen. „So ging das bestimmt ein dutzend Male“, schildert die 33jährige einen typischen Erkältungsverlauf. „Die Folgen waren Luftnot und trockener Husten, manchmal gar Fieber!

AntibiotikumEnergielos. Klassische Co-Beschwerden waren Schnupfen, Druck über den Nebenhöhlen, insbesondere über den Augen, sowie Schluckbeschwerden. „Durch das diffuse Krankheitsgefühl war ich insgesamt schwach, müde, energielos“, beklagt sie. „Im ersten Jahr bekam ich vom Hausarzt chemisch-synthetische Antibiotika verordnet – leider mit weitreichenden Folgen.“Beschwerden_Husten2

Überreaktion.Zwar schlug beim ersten Mal der Breitbandkiller rasch an. Doch schon beim zweiten Mal befiel Sabrina ein quälender Juckreiz in Kombination mit Hautausschlag am Rücken und den Oberarmen. Der Arzt diagnostizierte eine Penicillin-Allergie. Und Sabrina Lezaf musste das Medikament umgehend absetzen. „Damit sind mir die Hände gebunden“, erklärte der Allgemeinmediziner. „Ihr Körper muss lernen, sich selbst zu heilen.“

Selbstschutz. Wenn das so leicht gewesen wäre – um sich vor einem Infekt zu schützen, zog sich die Münchenerin mehr und mehr zurück, mied Menschenansammlungen. „Das letzte Mal, dass ich mit Freundinnen gesellig aus war, war auf dem Oktoberfest 2016. Der Preis war hoch: Fast drei Wochen dokterte ich im Anschluss mit einem hartnäckigen Infekt herum, hütete davon fast eine Woche mit Husten das Bett.“

Diagnostik_Rachenuntersuchung4Ursachensuche. Als sich auch während des Jahrhundertsommers in diesem Jahr keine Besserung einstellen will, werden dem Hausarzt die andauernden Katarrhe seiner Patientin zuviel. Um der Ursache auf den Grund zu kommen, überweist er Sabrina an den Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Dr. Jochen Reichel (68) in München-Bogenhausen.

Diagnostik_Auskultation3Überraschung. Die gründliche, schulmedizinische Diagnose-Routine bei der Erst-Untersuchung überrascht die schlanke, dunkelhaarige Frau positiv: „Ich wurde sprichwörtlich komplett auf den Kopf gestellt. Ohren, Nase, Hals schaute sich Doktor Reichel an. Die Lungen wurden abgehört, die Stirnhöhlen geschallt. Sogar ein Abstrich wurde gemacht!“

Ergebnis. Die genaue, klinische Untersuchung liefert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Virusinfekt als Ursache. „Die Schleimhaut im Nasen-Rachen-Bereich ist gerötet und mit Sekret bedeckt. Beim Abhören der Lunge sind Geräusche über dem zentralen Bronchialbereich zu hören. Und beim Ultraschall habe ich Schwellungen der Schleimhaut im Bereich der Kieferhöhlen festgestellt“, erklärt Dr. Jochen Reichel. „Da der Streptokokken-Schnelltest negativ ist, macht eine antibiotische Therapie keinen Sinn, zumal bei Ihnen eine Allergie vorliegt. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich Ihnen nicht helfen kann.“

Arztgespraech_MeerrettichEntlastung. Als Sofortmaßnahme gibt der Arzt abschwellende Medikamente und lässt Sabrina gegen den festsitzenden Schleim gleich in der Praxis inhalieren. Als weitere Therapie für zu Hause werden abschwellende Nasentropfen, schleimlösende Medikamente und ein antientzündlicher, pflanzlicher Erreger-Killer verordnet. „Mit dem Senfölgemisch Angocin können wir die Erregerlast auf den Schleimhäuten deutlich reduzieren – und damit entschärfen wir das Risiko eines Rückfalls“, erklärte der Mediziner.

Verordnung_Angocin4Gezielt. Das Prinzip ist genial einfach. Da der Körper die Senföle aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse nicht verstoffwechseln kann, entledigt er sich den Schärfestoffen über die Schleimhaut (u. a.  die der Bronchien). Und genau hier treffen sie auf die schädlichen Krankheitserreger.

Dreifachwirkung. Dank ihrer antibakteriellen und zugleich antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften eignen sich die Senföle zur Therapie und Linderung akuter Infekte sowie zur Behandlung und Vorbeugung der häufig zusätzlich auftretenden bakteriellen Zweitinfektionen (sog. „Superinfektionen“).

Diagnostik_Rachenuntersuchung2Plus.Im Gegensatz zu vielen gängigen Präparaten, die lediglich die Beschwerden lindern, wirken die Senföle direkt gegen die Erreger, hemmen die Ausbreitung. Eine Studie belegt, dass das Senfölgemisch wiederkehrenden Erkältungsinfekten vorbeugen kann. Wichtig: Selbst nach Langzeittherapie wurden bislang keine Resistenzen beobachtet. Und da es sich bei den Senfölen um Mehrstoffgemische mit vielfältigen Wirkmechanismen handelt, erwarten Experten auch nicht, dass es zum Auftreten von Resistenzen kommt.

Vergangenheit. „Der Erfolg der Behandlung übertraf alle meine Erwartungen. Mit jedem Tag, an dem ich die Therapie zu Hause fortsetzte, fühlte ich mich gesünder und stärker“, strahlt Sabrina. „Als ich nach fünf Tagen zur Konrolluntersuchung wieder in die Praxis zurückkehre, geht es mir spürbar besser.“

Erfolg_Atemholen5Kontrolle.Das subjektive Gefühl der Patientin bestätigten auch die Kontrolluntersuchungen, die Dr. Reichel durchführt. „Die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen sind im Ultraschall erheblich abgeschwollen. Gleiches sehe ich im Hals- und Nasen-Bereich. Auch der Hustenreiz ist viel schwächer als zu Beginn. Sie können jetzt die Dosis von dreimal fünf auf dreimal drei Tabletten reduzieren. Je nach Verlauf können Sie entsprechend die Dosis weiter absenken.“

Erfolg. Sabrina Lezaf ist begeistert. „Endlich habe ich ein Instrument gegen meine ständigen Infekte. Die Angst vorm nächsten Virus ist überwunden. Dank der Kombitherapie fühle ich mich wieder richtig gesund!“

 

Experte_Mikroskop4Fünf Fragen an den Experten  Dr. Jochen Reichel (68), Arzt für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, München

Bakterieller oder Virus-Infekt der Bronchien – wie erkenne ich den Unterschied? Über neunzig Prozent der Infekte der oberen Atemwege sind zu Beginn Virus-bedingt. Typisch für eine Virus-Erkältung ist die Entwicklung der Beschwerden innerhalb kurzer Zeit mit Schnupfen, Heiserkeit, Halsschmerzen, Glieder- und Kopfweh. Manchmal auch Fieber und Schüttelfrost. Sollten die Beschwerden länger als eine Woche bestehen, das Fieber ansteigen und die Symptome stärker werden, kann ein bakterieller Infekt hinzugekommen sein. Der Unterschied zwischen einer viralen und bakteriellen Infektion stellt der Arzt anhand des Symptomenbilds sowie verschiedener Laborwerte sicher fest. Alleine die Farbe des Auswurfs reicht dafür nicht.

Grippe

Wie schütze ich mich am besten vor Erkältungsviren? Für eine Erkältung kommen ungefähr 200 unterschiedliche Virusarten als Auslöser in Frage. Rhino-, Adeno- oder Coronaviren sorgen während des ganzen Jahres dafür, dass es Erkältungen gibt. Eine der besten Vorbeugemaßnahmen ist häufiges Händewaschen. Fast jede Erkältung wird von Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ansteckungsgefahr besteht sowohl durchs Anniesen als auch durchs Händeschütteln oder Anfassen von Türklinken.

Selbsthilfe_Joggen3Und wie sieht es mit der täglichen Ernährung aus? Da ist zu allererst trinken zu nennen. Ausreichend Flüssigkeit ist der beste Schutz für die Schleimhaut von Nase und Lunge. Wer zwei Liter am Tag trinkt, verhindert das Austrocknen der Schleimhaut und das Einnisten von Viren.

Stimmt es, dass ich mich mit Sport ebenfalls schützen kann? Halten Sie sich viel an frischer Luft auf und gehen Sie regelmäßig  – gemütlich! – spazieren. Dadurch werden die Atemwege stärker durchblutet.

 Haben Sie noch einen Tipp gegen den Husten? Dampf-Inhalationsbäder mit Salz kurzfristig zwei bis drei Tage, Kamille- oder Salbeiextrakte regen die Selbstreinigung der Atemwege an und pflegen sie.

 

Roentgenbild_Bronchien2 KopieWunderwerk Bronchien

Filigran. Die Bronchien sind das Straßennetz der Lunge. Sie durchziehen diese wie eine Baumkrone mit ihren immer feiner verästelten Gefäßen. Über sie erreicht die Atemluft die so genannten Alveolen, in denen der  lebenswichtige Gasaustausch stattfindet.

Riesig. 300 bis 400 Millionen Lungenbläschen mit einer Gesamtoberfläche so groß wie ein Tennisplatz sorgen dafür, dass das Blut wertvollen Sauerstoff aufnehmen und verbrauchtes Kohlendioxid abgeben kann. Jeden Tag atmen wir dafür bis zu 15000 Liter Luft ein und aus – soviel, wie zum Befüllen eines Heißluftballons benötigt wird

Problem. Durch den engen Kontakt mit der Umwelt ist die Lunge besonders gefährdet. Deshalb ist die Immunabwehr hier extrem wichtig. Die notwendigen Antikörper werden zum Größtenteil im Darm gebildet. Ob Bronchitis, COPD oder Asthma: Welche Krankheit sich hinter anhaltendem Husten verbirgt, sollte immer vom Arzt abgeklärt werden.

 

Diagnostik_Stetoskop2Hintergrund Bronchitis

In den letzten zehn Jahren ist die chronische Bronchitis zur neuen Volkskrankheit geworden: Jede zehnte Frau und jeder sechste Mann über 40 sind betroffen. Danach steigt die Zahl  so rasant an, dass die Atemwegserkrankung zur wichtigen Ursachen für Berufsunfähigkeit hierzulande geworden ist. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation ist die Bronchitis chronisch, wenn die Patienten in den zurückliegenden zwei Jahren mindestens  drei Monate Husten mit Auswurf hatten. Folge: durch die schlechterwerdende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff kommt es zum Organversagen.

 

Experte_DrReichel2Info Antibiotika-Resistenz

Jeder vierte Patient bekommt mindestens einmal pro Jahr Antibiotika verordnet – 2009 waren das mehr als 18 Millionen Deutsche. Doch mit jeder Einnahme steigt leider die Gefahr der Entwicklung resistenter Keime in unserem Körper. Die einstige Wunderwaffe gegen Bakterien verliert zunehmend ihre Wirkung.

Hintergrund. Ursache ist unter anderem die Bildung unerwünschter „bakterieller Biofilme.“ Mit diesem Schutzschild wehren sich Bakterien, gegen antimikrobielle Substanzen. Chemisch-synthetische Antibiotika werden bei Infektionen unwirksam, die durch solche Biofilm-bildende Bakterien ausgelöst werden.

Alternative. Kanadische Wissenschaftlern haben aktuell die bekannte Beobachtung belegt,  dass sekundäre Pflanzenstoffe wie Senföle gegen solche bakteriellen Abwehrstrategien „gewappnet“ sind. Die Schwefelverbindungen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich unterbinden die Bildung der Biofilme und umgehen die Resistenzmechanismen der Erreger.

Verstärkung. Dass die Senföle neben der Eliminierung der Krankheitserreger auch die entzündliche Reaktion bekämpfen, ist von besonderer Relevanz. Denn der Entzündungsprozess ist bei Infektionserkrankungen wie zum Beispiel Erkältungskrankheiten primär für die schmerzhaften Beschwerden verantwortlich. Die in Kapuzinerkresse und Meerrettich enthaltenen drei verschiedenen Senföle greifen nach dem sogenannten „Multi-Target-Wirk­prin­zip“ an verschiedenen Punkten im Krankheitsgeschehen an und verstärken sich sogar gegenseitig in ihrer Wirkung. Das vielfältige Wirkungsprofil der beiden Arzneipflanzen erklärt ihren erfolgreichen nebenwirkungsarmen Einsatz bei Erkältungskrankheiten.

Weitere Infos unter www.pflanzliche-antibiotika.de

 

Phytotherapie_Meerrettich3Steckbrief Meerrettich

Meerrettich war schon in der Antike bekannt. Dabei hat der Deutsche Name nichts mit „Meer“ zu tun. Vielmehr wurde Meerrettich früher wohl gerne an Pferde verfüttert. Daher leitet sich der Begriff Meerrettich von dem alten deutschen Wort „Mähre“ ab.

Wo kommt er her? Seine Heimat liegt in Ost- und Südeuropa. In den Steppen des östlichen Russlands und der Ukraine wächst noch die Wildform dieser Pflanze. In Deutschland wird die seit dem 12. Jahrhundert bekannte Pflanze nur noch wenig angepflanzt. Eines der Hauptanbaugebiete ist das badische Urloffen

Woran erkenne ich ihn? Meerrettich ist eine bis zu 1,20 Metern hoch wachsende Staude. Die Wurzel wird 60 cm lang und vier bis sechs cm dick. Meerrettich ist ein frostfestes Gemüse und wird von Ende September bis April frisch im Handel angeboten. Die Hauptsaison beginnt Ende Oktober bis Anfang November.

Was ist drin? Meerrettich enthält besonders viel Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Darüber hinaus ätherische Öle wie Senföle, die antibiotisch, antiviral und antientzündlich wirken.

 

Praxis_HNOBogenhausenKontakt: Praxis für HNO-Heilkunde Bogenhausen, Dr. Jochen Reichel, Englschalkingerstraße 14, 81825 München, Tel.: 49 89 931616, Internet: reichel-hno-muenchen.de

Wichtig: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass mein Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzt. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information

2 thoughts on “Mit einem pflanzlichen Antibiotikum bekam ich meinen Dauerhusten in Griff

    1. Hallo Frau Braun,

      am besten wenden Sie sich an Ihre Apotheke. Dort gibt es Produkte die Senföle aus Kapuzinerkresser und Meerrettich in kombinierter Form enthalten z.B. als Filmtablette.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages