Frischpflanzen-Extrakt und Akupunktur besiegten meine chronische Sinusitis

Pflichtgefühl.Der gesundheitliche Ärger begann kurz vor dem Jahreswechsel vor drei Jahren. In der Parfümerie war gerade die Hölle los. Und ausgerechnet in dem Moment musste Alexandra Schneider (44, Name geändert) mit einer heftigen Bronchitis das Bett hüten. Zwei Tage später hielt die Kosmetikerin das schlechte Gewissen gegenüber den Kollegen nicht mehr aus – Schluss war mit „Auskurieren“.

Tragisch. „Der restliche Heilungsprozess sollte während der Arbeit erfolgen“, beginnt die Wismarerin von ihrem Leidensweg zu erzählen. „Dem Infekt war mein Pflichtgefühl allerdings völlig schnuppe. Nach einer Woche flackerte die Erkältung umso heftiger wieder auf: mit starken Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Eine ganze Woche hütete ich das Bett. Doch auch danach kam ich nicht richtig auf die Beine. Dumpfer Kopfdruck und eine latent verstopfte Nase wurden zu meinen Begleitern – fortan immer bereit, jede Schwäche der Abwehrkräfte auszunutzen, um erneut zuzuschlagen.“

Bilanz. Der Hausarzt verschrieb der zweifachen Mutter abwechselnd Drei-Tages-Antibiotika, Nasenspray und Schmerzmittel gegen die „chronifizierte Sinusitis“ – erfolglos. „Besonders in der kalten Jahreszeit war es schlimm. Da kamen die Kinder alle naselang mit einem Schnupfen aus Schule bzw. Kindergarten. Manchmal reichte ein Nieser – schon lag ich wieder flach. Fast alle zwei, drei Monate musste ich für drei, vier Tage ins Bett. Auf Dauer – gerade auch beruflich – ein unhaltbarer Zustand!“

Wende. Mitte 2018 erfuhr die Mecklenburgerin dann von einer Kundin von der naturheilkundlich arbeitenden Hals-, Nasen-, Ohrenärztin Dr. Silvia Schnitzer (50) im benachbarten Grevesmühlen. „Da ich die Antibiotika-Kuren langsam müd war und viel von Naturheilkunde halte, wollte ich das gerne ausprobieren!“

Überraschung. Die schulmedizinische Diagnose-Routine bei der Erst-Untersuchung überraschte Alexandra zunächst: Nach ausführlicher, endoskopischer Untersuchung der Atemwege bekam sie als klassische Sofortmaßnahme „hohe Einlagen“. „Das ist eine Tamponade der Nasenschleimhaut mit abschwellenden Medikamenten. Die an einem Fädchen befindlichen Watte-Röllchen bleiben für etwa 30 Minuten in der Nase “, erklärt ihr Dr. Sylvia Schnitzen. „Anschließend gibt es noch Mikrowelle – bei der chronischen Sinusitis wirkt Wärme oftmals sehr wohltuend. Außerdem wird die Durchblutung der Schleimhaut und damit die Selbstreinigung der Nase angeregt.“

Frisch. Erste, komplementärmedizinische Sofortmaßnahme ist dann die Verordnung eines der wenigen, zugelassenen Komplex-Homöopathika gegen Erkältungskrankheiten – „Katimun“. „Tatsächlich hat die Urtinkturen-Mixtur mit homöopathischer Verdünnung – der bekannten Potenzierung – nur soviel zu tun, als dass hier der unverdünnte Pflanzenextrakt vorliegt. Insofern kann man auch vom Einsatz von Heilpflanzen sprechen. Wichtigster Unterschied zur herkömmlichen Phytotherapie ist, dass Frischpflanze verarbeit worden ist – nicht die getrocknete Pflanzendroge.“ 

Kombination. Das Besondere an „Katimun“ ist die Zusammensetzung. Es enthält Urtinkturen von Sturmhut („Aconitum“), Zaunrübe („Bryonia“), Wasserdost („Eupatorium“), Gelben Jasmin („Gelsemium“) und Ampfer („Rumex“). Allesamt Heilpflanzen, die auf die oberen Atemwege wirken und einzeln schon lange bei Bronchialkatarrh, Schnupfen, Hals- und Gliederschmerzen eingesetzt werden.

Vorteil. „Im Gegensatz zu Einzelmitteln hat das Komplexmittel den Vorteil, dass es praktisch nie zur Erstverschlimmerung kommt“, so Dr. Sylvia Schnitzer. „Auch die Wechselwirkung mit Lebensmitteln spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wir setzen die Urtinkturen sowohl vorbeugend mit zweimal täglich zehn Tropfen als Kur zu Beginn der kalten Jahreszeit ein, als auch im Aktufall wie jetzt: dann stündlich jeweils zehn Tropfen“.

Projekt. Wichtigstes Ziel der HNO-Ärztin aus Grevesmühlen ist dabei, den überflüssigen Einsatz von Antibiotika zu vermeiden. „Laut Schätzungen ist fast jede zweite Verordnung des Bakterien-Killers bei Erkältungskrankheiten überflüssig“, erläutert sie ihrer Patienten. „Da in der Regel Viren die Auslöser sind. Eine unkritische Anwendung von Antibiotika ist dabei nicht nur belastend für den Körper, sondern birgt auch das Risiko von Resistenzen. Deshalb nehmen wir am so genannten Resist-Programm teil.“

Zertifikat. Das zertifizierte Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung hat das Ziel, durch bewussteren Umgang mit dem Medikament, Resistenzbildungen sowie vermeidbare Neben- und Wechselwirkungen von Antibiotika zu reduzieren. (Info www.kbv.de)

Verlauf. Alternativ lernte Alexandra Schneider, wie sie per Akupressur sich selbst die lästigen Kopfschmerzen wegdrücken und wie sie unter anderem per Nahrungsergänzung mit mehr Zink und Selen das geschwächte Immunsystem Schritt für Schritt stärken kann.

Glück.„Der Erfolg der Komplementärmedizin war erstaunlich: bereits nach wenigen Tagen spürte ich, wie der Druck oberhalb der Augen und der dumpfe Schmerz nachließen“, strahlt Alexandra jetzt bei der letzten Kontroll-Untersuchung. „Ich bekam Schnupfen. Doch diesmal war dieser flüssig. Nach wenigen Tagen war meine Nasen richtig frei – zum ersten Mal seit drei Jahren kann ich wieder unbeschwert durchatmen!“

Fünf Fragen an Dr. Sylvia Schnitzer (50), HNO-Praxis Grevesmühlen

Wie kann ich mich vor einer Erkältung schützen?Fast jede Erkältung wird von Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Also vor allem durchs Anhusten und Anniesen. Schützen Sie andere, indem Sie an besten in die Ellenbeuge niesen oder husten. Ansteckungsgefahr besteht aber auch durchs Händeschütteln – deshalb ist regelmäßiges, gründliches Händewaschen der beste Schutz. Alternativ verzichten Sie in der Erkältungszeit einfach auf den freundlichen Händedruck oder die Umarmung.

Was kann ich noch tun?Dampf-Inhalationsbäder mit Kamille- oder Salbeiextrakten beschleunigen das Abschwellen der Nase. Vorsicht allerdings bei Allergien. Frische, geriebene Meerrettichwurzel wirkt sowohl heilend, als auch vorbeugend. 

Stimmt es, dass viel trinken ebenfalls hilft?Ja, gerade, weil wir in der kühlen Jahreszeit weniger Durst empfinden, ist viel trinken wichtig. Denn es ist der beste Schutz für die Schleimhaut von Nase und Lunge, verhindert ihr Austrocknen und das Einnisten von Viren in den Atemwegen. Faustformel 30 Milliliter pro Kilo Körpergewicht. Bei 60 Kilo sind das dann 1,8 Liter – vorausgesetzt Ihr Herz ist gesund. Sonst fragen Sie Ihren Arzt.

Welche Hausmittel sind noch zu empfehlen? Ein gutes Mittel zur Vorbeugung und bei akuten Beschwerden ist die Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung (2 g Salz auf 200 ml). In der Apotheke gibt es als Hilfsmittel eine Nasendusche. Im Akutfall hat sich auch selbstgemachter Zwiebelsirup bewährt. Einfach ein bis zwei feingehackte Zwiebeln mit zwei bis drei Esslöffeln Zucker bestreuen und in einem Glas bei Zimmertemperatur sechs bis 24 Stunden ziehen lassen. Dann einfach den Zwiebelsirup – ohne die Zwiebeln – aus dem Glas löffeln.

Und wie schütze ich mich vor einer richtigen Grippe?Im Gegensatz zur Erkältung stellt eine Influenza eine erhebliche Gesundheitsgefahr da – gerade für ältere Patienten und in der Schwangerschaft! Beispielsweise steigt das Risiko für schwere Verläufe mit Komplikationen wie Lungenentzündung. Zudem erhöht eine Grippe während der Schwangerschaft die Gefahr von Wachstumsverzögerungen sowie von Fehl- oder Frühgeburten. Deshalb rate ich zur Grippeimpfung – insbesondere bei Patienten über 60 Jahren, mit einer Immunschwäche und in der Schwangerschaft.

Kasten „Höhlen-Funktion“

Die Stirnhöhle beherbergt oberhalb der Augenbrauen zwei voneinander getrennte Kammern. Sie sind durch den mittleren Nasengang mit unserem Riechorgan verbunden. Gemeinsam mit den drei weiteren Nasennebenhöhlen Kiefer- und Keilbeinhöhle sowie den Siebbeinzellen bilden sie das Nasennebenhöhlensystem. Das ganze Labyrinth existiert symmetrisch auf beiden Gesichtshälften und ist miteinander verbunden. Es hat die Aufgabe, die Atemluft zirkulieren zu lassen und Krankheitskeime abzufangen. Gleichzeitig sind die Nebenhöhlen Resonanzraum für Sprachlaute.

Sinusitis – Hintergrund des Dauer-Schnupfen

Jahr für Jahr haben rund  20 Millionen Deutsche die Nase voll. Sie sind verschnupft, fühlen sich schlapp und lustlos. In vier von fünf Schnupfenfällen sind auch die Nasennebenhöhlen mitbetroffen. Typisches Erkennungszeichen: Kopfdruck, Schmerzen im Gesichtsbereich, der sich verschlimmert, wenn Sie sich  vorbeugen. 

Risiko.Normalerweise ist unser Immunsystem  in der Lage, in wenigen Tagen mit einem Schnupfen fertig zu werden. Doch eine krumme Nasenscheidewand, eine Allergie oder zu große Nasenpolypen können den Eingang zur Nasennebenhöhle verstopfen. Durch die Behinderung des Abfluss können sich die Keime dann regelrecht eingraben.

Typisch „Eva“. Frauen sind doppelt so oft betroffen. Hormonelle Schwankungen schwächen zusätzlich die Barrierefunktion, begünstigen außerdem die Chronifizierung. Die Folgen reichen von Dauer-Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit bis hin zur erhöhten Infektanfälligkeit.

Kasten Resistenzen

Laut Schätzung wird etwa jedes zweite Antibiotikum unnötig eingenommen. Besonders problematisch ist die zunehmende Resistenzentwicklung von Keimen gegenüber den gängigen chemisch-synthetischen Antibiotika. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in Europa jährlich rund 25000 Patienten infolge einer Infektion mit resistenten Keimen – Tendenz steigend.

Das Problem: die Unempfindlichkeiten nehmen deutlich schneller zu, als die Entwicklung entsprechender Medikamente. Einen Weg zur Entschärfung des Resistenzproblems sehen Experten im alternativen Einsatz von wirksamen Pflanzeninhaltsstoffen, wie in Katimun. Hilfreich sind aber auch die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich. 

Hintergrund Urtinkturen

Die Auswahl eines homöopathischen Einzelmittels ist für den Laien relativ schwierig. Bei diesen Medikamenten werden keine Anwendungsgebiete angegeben, da es nicht ein Mittel für nur eine Krankheit gibt. Hier ist es wichtig, einen erfahrenen Therapeuten zu finden, der nach dem individuellen Beschwerdebild das richtige Einzelmittel auswählt.

Komplexmittel lösen diesen Problem, in dem sie mehrere homöopathische Urtinkturen kombinieren, die sich gegenseitig ergänzen und helfen. Sie wirken deshalb gleichzeitig gegen verschieden Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten.

Eine aktuelle Anwendungsstudie mit „Katimun“ an 64 Patienten in 14 Apotheken durchgeführt ergab gerade: 11% der Patienten bemerkten eine Besserung bereits nach dem ersten Tag, fast die Hälfte zwischen dem zweiten und dritten Tag. Weitere 32 Prozent nach dem dritten Tag.

Kurzcheck: Sind Sie anfällig für Sinusitis?

  1. Waren oder sind Sie häufiger erkältet?
  2.  Leiden Sie unter einer Allergie zum Beispiel Heuschnupfen?
  3. Schnarchen Sie?
  4.  Trinken Sie weniger als zwei 
    Liter Flüssigkeit am Tag?
  5. Haben Sie Kopf- bzw. Gesichtsschmerzenschmerzen, die beim Vorbeugen stärker werden?

AUSWERTUNG: Jeder siebte Deutsche hat mindestens einmal pro Jahr eine Sinusitis – und mit jeder Ja-Antwort steigt Ihr Risiko. Keine Panik: Ursache ist nur in zehn bis 20 Prozent der Fälle eine bakterielle Infektion, dann sollten Sie allerdings nicht selbst herumdoktern, sondern zum Arzt gehen. Typische Hinweise: Symptomdauer über sieben Tage, einseitige Gesichtsschmerzen, einseitiger eitriger Ausfluss.

Therapie-Infos:

Praxis-Kontakt: Dr. Sylvia Schnitzer, Am Lustgarten 2  23996 Grevesmühlen, Tel.: 03881/7910-3 Email: hno-grevesmuehlen@web.de

Kosten: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Naturheilverfahren nur in Ausnahmefällen.Die unverbindliche Preisempfehlung für Katimun-Tropfen in der Apotheke beträgt circa 8,15 Euro (20ml) 

Wichtig: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages