Dreifach-Therapie löschte Dauerentzündung der Blase

Vorfreude. Ende April schon mal den Sommer fühlen – Emma Marxen (27, Name geändert) war begeistert, als ihr Anfang 2018 das Last-Minute-Angebot in den Eingangsordner des Emailprogramms flatterte: sieben Tage Cala Millor. Dazu Halbpension und Flug von Hamburg nach Mallorca. Das Ganze für 359 Euro – „Ein Traum“, sagt die Sekretärin. „Auch weil mein Freund ebenfalls Urlaub bekam. Unserer ersten gemeinsamen Reise stand nichts mehr im Weg.“

Unterkühlt. Zugegeben: mit 17, 18 Grad hatte das Mittelmeer keine richtige Badetemperatur. Nach dem Sonnenbaden kühlte sich Emma trotzdem tapfer ab. „Vier Tage später erhielt ich die Quittung. Ich wurde vom Gefühl geweckt, als würde ein Feuer in meine Eingeweide brennen“, erzählt Emma. „Die Schmerzen strahlten über die Flanke aus. Dazu der ultimative Toiletten-Drang. Gab ich dem Zwang nach, kratzte, biss und stach es – aber brachte trotzdem kaum Linderung. Fünf Minuten später musste ich bereits wieder zur Toilette.“

Routine. „Typisch Harnwegsinfekt“, stellte der Hausarzt wenige Tage später siegessicher fest und verordnete seiner leidgeprüften Patientin für sieben Tage ein Breitband-Antibiotikum. „Keine Sorge – in zwei, drei Tagen sind sie wieder auf den Beinen, munterte er mich auf“, so Emma. „Und tatsächlich: so war es erst auch!“

Rückfall. Doch keine sechs Wochen später kehrte das Brennen zurück. Diesmal nach Besuch des heimischen Schwimmbades. „Wieder ging ich zum Arzt, wieder bekam ich Antibiotika, wieder ließen die Beschwerden nach. Und wieder gab es einen Rückfall. Bis Anfang dieses Jahres waren es dann insgesamt fünf Blasenentzündungen!“

Erschöpfung. Richtig gesund fühlte sich Emma Marxen gar nicht mehr. Statt dessen schlapp und müde. Kein Wunder, dass sie irgendwann keine Lust auf erneute Antibiotika hatte. „Ich ging ins Internet, stieß dort auf die Urologische Privatpraxis Blankenese. Was mir gleich gefiel: Einen  Therapie-Schwerpunkt  bildet die so genannte komplementärmedizische Behandlung mit ergänzenden, naturheilkundlichen Verfahren.“

Problematik. Die allzu sorglose Verordnung von Antibiotika ist Fachärztin Dr. Julia Bäumer (50) bereits seit Jahren ein Dorn im Auge. „Dabei war gerade die Urologie ein Bereich, in dem relativ häufig auf die Heilkraft aus Natur gesetzt wurde. Doch mit Einführung des grünen Rezepts ist eine kostenlose schulmedizinische Behandlung nur mit Antibiotika möglich. Die vermehrte Verordnung dieser Medikamente ist doppelt problematisch. Einerseits wegen der Gefahr von Resistenzen, andererseits weil Antibiotika eine erhebliche Belastung für die Darmflora darstellen.“

Teufelskreis. Da die Erreger der sogenannten Cystitis (E.Coli-Bakterien) fast immer aus dem Darm stammen, kann eine Dysbalance in Richtung schädlicher Erreger die Gefahr eines Rückfalls erhöhen – und so in eine Abwärtsspirale aus immer mehr Antibiotika und immer häufigeren Infekten führen.

Therapie. „Ähnlich wirksam, dafür weniger belastend für den Darm sind Heilpflanzen mit natürlicher, antbiotischer Wirkung“, erklärt die Facharztin. „Vor allem die Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettich hat sich in mehreren wissenschaftlichen Studien als besonders erfolgreich erwiesen – und zwar ohne die Gefahr von Resistenzen.“

Gezielt. Der Trick beider Heilpflanzen: sie enthalten Senföle, die vom Körper nicht verdaut werden können und deshalb über die Schleimhäute – u.a. der Blase und der Lunge  – ausgeschleust werden. So reichern sich die Phyto-Antibiotika im Ausscheidungsorgan an, entfalten dort ihre keimabtötende Wirkung.

Dosierung. Dank hoher Wirksamkeit ist die Dosierungsmöglichkeit kurzfristiger und indivueller als bei „chemisch-synthetischen“ Antibiotika möglich. „Zu Vorbeugung empfehle ich meinen Patientinnen generell zwei mal zwei Tabletten für ein paar Tage – z.B. in der Übergangszeit oder auch, wenn der Blaseninfekt bevorzugt nach dem Geschlechtsverkehr auftritt“, so die Urologin. „Bei akuten Beschwerden kann die Dosis auf fünf mal fünf Filmtabletten am Tag erhöht werden. Schlägt die Therapie an, kann auch die Dosis auf drei mal vier Tabletten für zwei Wochen reduziert werden.“

Gleichgewicht. Nächster, ganzheitlicher Behandlungsschritt ist die nachhaltige Bekämpfung der Ursachen. Dafür nahm Frau Doktorin Bäumer bei Emma eine Stuhlprobe (Kosten: ca. 100 Euro) und ließ im Labor diese auf Keim-Verteilung untersuchen. „Um im Mikrobiom des Darms die schädlichen  E.coli-Bakterien zurückzudrängen, dafür die nützliche Bakterien zu fördern, stellte die Ärztin nach Auswertung des Tests für mich Probiotika zusammen und empfahl mir, meine Ernährung ein wenig umzustellen“, erzählt die schlanke Frau. „Ich achte seitdem generell auf mehr Obst und Gemüse.“

Versorgung. Schritt „Drei“ ist die Erhebung des Immunstatus durch einen Bluttest (ebenfalls circa 100 Euro) und die ausreichende Versorgung durch Mikronährstoffe. „Durch die Gabe von Selen, Zink, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren wird die Barrierefunktion der Haut inklusive der Schleimhäute erhöht“, so Frau Doktorin Bäumer.

Erfolg. Das Resultat der ganzheitlichen Behandlung ist beeindruckend. Bereits zwei Wochen nach regelmäßigen Einnahme des senfölhaltigen Phyto-Antibiotikums Angocin spürt Emma Marxen eine deutliche Verbesserung ihrer angeschlagenen Gesundheit. „Das Gefühl der Schwäche ließ nach. Dafür kehrte das Vertrauen in die Stärke meines Körpers zurück. Seit ich mich konsequent an den Plan von Frau Dr. Bäumer halte, habe ich tatsächlich keinen Blaseninfekt mehr gehabt“, zieht die junge Frau bei der Nachkontrolle jetzt Bilanz.

Vier Fragen an die Urologin Dr.  Julia Bäumer (50)

Warum werden gerade Frauen von Blasenentzündungen so oft heimgesucht? Frauen erkranken aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre leider besonders oft. Unterkühlungen – z. B. im Sommer ein nasse Badehosen oder ein kurzer Rock – schwächen ihren Barriereschild, das den Intimbereich vor Bakterien schützt. Vor allem Erreger vom Darm können dann rasch aufsteigen

Warum ist der Einsatz von Antibiotika nicht unproblematisch? Zwar bekommen Antibiotika die Keime – in zwei von drei Fällen E.coli-Bakterien – schnell in den Griff. Doch die chemisch-synthetischen Präparate haben oft erhebliche Nebenwirkungen auf den sensiblen Magen-Darm-Trakt und die schützende Vaginalflora. Gute Keime werden weniger, aggressive breiten sich aus. Auch das begünstigt den nächsten Infekt. So kehrt die „Cystitis“ bei jeder vierten bis fünften Frau zurück.

Was kann ich bei einer Blasenentzündung selber tun? Sofern kein Fieber vorliegt und die Nieren nicht bereits angegriffen sind, rate ich meinen Patienten, den Infekt ruhig erst einmal mit den pflanzlichen Präparaten und viel Trinken selbst zu behandeln. Vorteil hierbei ist, dass die Therapie oft viele Stunden früher beginnen kann, als wenn sie darauf warten müssen, bis ein Arzt ein Rezept ausstellt. Zudem wird die Phytotherapie mit den Senfölen deutlich besser vertragen und Resistenzen werden vermieden.

Wann sollte ich zum Urologen? Wer zwei Mal in sechs Monaten bzw. drei Mal pro Jahr unterm lästigen Brennen und Schmerzen beim Wasser lassen leidet, sollte zum Spezialisten. Hier könnte eine organische Schwäche Auslöser sein. Medikamente allein helfen dann nicht weiter. Es müssen organische Ursachen wie Fehlbildungen, Blasensteine oder Blasenfunktionsstörunen als Ursache für die Infekte ausgeschlossen werden. Und selbstverständlich gehört zur jeder Abklärung eines wiederholten Harnwegsinfekt auch die Untersuchung des Darms und der Vaginalschleimhaut. 

Info Blasenentzündung

Gerade mit Beginn der Bade- und Strandsaison machen viele Frauen die leidvolle Erfahrung: Häufiger Harndrang, starkes Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen, die in die Flanken ausstrahlen – typische Krankheitszeichen einer Blasen- bzw. Nierenbeckenentzündung

Typisch „Eva“. „Zehntausende werden in den nächsten Wochen akut an einer Blasenentzündung erkranken, schätzt Urologin Dr. Julia Bäumer. „Frauen aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre leider besonders oft. Unterkühlungen – speziell an Füßen, Beinen oder Po – schwächen ihr Barriereschild, das den Intimbereich vor Bakterien schützt. Vor allem Erreger vom Darm – die so genannten E.coli-Bakterien – können rasch aufsteigen!“

Problem. Zwar bekommen Antibiotika die Keime schnell in den Griff. Doch die chemisch-synthetischen Präparate haben häufig erhebliche Nebenwirkungen auf den empfindlichen Magen-Darm-Trakt.

Facharzt. „Wer zwei Mal in sechs Monaten bzw. drei Mal pro Jahr unter dem lästigen Brennen leidet, sollte zum Spezialisten, rät die Hamburger Fachärztin. „Antibiotika allein helfen hier vielfach nicht weiter. Im Gegenteil:  Durch Fehleinsatz können Erreger resistent, das Immunsystem durch den Dauereinsatz geschwächt werden.

Info Antibiotika-Resistenz

Es war eine Sternstunde der modernen Medizin: die zufälltige Entdeckung der Antibiotika 1926. Abermillionen Patienten verdanken Bakterienkillern wie Penicillin, Streptomycin, Aureomycin oder Tetracyclin ihr Leben. Jeder vierte Patient bekommt mindestens einmal pro Jahr Antibiotika verordnet – das sind mehr als 18 Millionen Deutsche.

Doch jetzt droht Gefahr: Immer mehr Erreger reagieren nicht mehr auf die Mittel. Denn mit jeder Einnahme steigt leider die Zahl der resistenten Keime in unserem Körper. Die einstige Wunderwaffe gegen Bakterien verliert so zunehmend ihre Wirkung. So lang ständig neue Antibiotika in die Apotheke kamen, war das alles noch kein Problem. Doch in letzter Zeit werden kaum noch neue Erregerstopper zugelassen. Und die Labor-Pipelines sind leer. Kaum ein großer Mediziner-Kongress, auf dem nicht vor Resistenzen gewarnt wird. 

Hilfe bietet hier die Wiederentdeckung pflanzlicher Antibiotika. Traditionell hat sich Kapuzinerkresse in Kombination mit Meerrettich bei der Behandlung von Infektionen der Harnwege, der Atemwege und der Nasennebenhöhlen außerordentlich gut bewährt. Die beiden Heilpflanzen verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

Senföle – dreifach-Wirkung gegen Blasenentzündung

Im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Antibiotika bekämpfen die Senföle nicht nur Bakterien, sondern die Pflanzenstoffe wirken zusätzlich entzündungshemmend. Da bei Blasenentzündungen die Beschwerden primär durch die Entzündungsreaktion ausgelöst werden, ist die antientzündliche Wirkung der Senföle bei Infektionen der Harnwege therapeutisch besonders wertvoll. Die Pflanzenstoffe greifen also an verschiedenen Punkten im Krankheitsgeschehen an und wirken 3fach gegen Blasenentzündungen: entzündungshemmend, antibakteriell und gegen sogenannte bakterielle Biofilme (Schutzschild mancher Bakterien gegen Antibiotika und das Immunsystem). Zudem töten die Senföle nicht die für die Verdauung und Immunabwehr nützlichen Darmbakterien ab. Aufgrund des vielfältigen Wirkmechanismus dieser Pflanzenstoffe wird bei den Bakterien die Entwick­lung möglicher Resistenzmechanismen gegen die Senföle deutlich erschwert. 

Bei akuten Beschwerden gibt es standardisierte Präparate in der Apotheke. Je nach Schweregrad des Infektes nehmen Sie 3 bis 5mal täglich 4 bis 5 Senföltabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit nach den Mahlzeiten ein. Zur Vermeidung von wiederkehrenden Blasenentzündungen empfehlen Experten zweimal täglich zwei Filmtabletten – am besten nach dem Essen.

Kurzcheck Blasen-Infekt

  1. Ich bin eine Frau
  2. Beim Wasserlassen spüre ich ein Brennen
  3. Mein Urin ist seit kurzem trüb und riecht
  4. Ich habe das Gefühl, ständig zur Toilette zu müssen
  5. Ich habe Unterleibsschmerzen

Auswertung: Je häufiger Sie mit Ja geantwortet haben, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie an einem Harnwegsinfekt leiden. Bereits ab zweimal „Ja“ sollten Sie einen Arzt kontaktieren. Wichtige Ab-zum-Doktor-Symptome sind Fieber, Blut im Urin, Rückenschmerzen oder Übelkeit.

Infos: www.pflanzliche-antibiotika.de

Arztkontakt: Privatpraxis für Urologie und Naturheilverfahren, Dr. Julia Bäumer, Dockenhudener Straße 27, 22587 Hamburg, Tel: 040-86693160, Email: privatpraxis@cobl.de, Internet: www.privatpraxis-blankenese.de

Kosten: Ein Erstgespräch (30 Min.) liegt etwa bei 60 Euro, 200 Tabletten ANGOCIN Anti Infekt N ca. 25 Euro. Die Stuhldiagnose leigt bei ca. 100 Euro. Genauso wie die Blutuntersuchung mit Schwerpunkt Mikronährstoffe. 

Wichtig: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Therapieergebnisse sind generell individuell. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages